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Spezial Hexen: Einführung: Hexenverfolgung

Die Hexenjagd war "eine der schlimmsten von Menschenhand angerichteten Katastrophen der europäischen Geschichte", betonen die Historiker Wolfgang Behringer und Günter Jerouschek. Seit Anfang des 15. Jahrhunderts wurden Verdächtige verhaftet, gefoltert und zum Tod verurteilt. Frühere Historiker gingen davon aus, dass die Prozesse mehrere Millionen Opfer forderten. Inzwischen haben Wissenschaftler diese Zahlen, die zum Teil auf abenteuerlichen Hochrechnungen des 18. Jahrhunderts beruhten, erheblich nach unten korrigiert – ohne dass das Phänomen dadurch seinen Schrecken verloren hätte: Vorsichtige Schätzungen gehen von europaweit rund 50 000 Hinrichtungen zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert aus.

Die Verfolgungen begannen in der Schweiz. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts lagen die am schwersten betroffenen Gebiete im deutschsprachigen Mitteleuropa. Eine Reihe von Faktoren trafen aufeinander und verursachten das wellenförmige An- und Abschwellen der massenhaften Verfolgungen. In seinem Beitrag ab S. 60 erläutert der Historiker Johannes Dillinger von der Universität in Mainz, dass die Klimaverschlechterung durch die Kleine Eiszeit und die daraus resultierende Erntekrise die Basis dieses Phänomens bildeten.  ...
05/10

Dieser Artikel ist enthalten in epoc 05/10

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