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Hirn-Computer-Schnittstellen: Ich denke, also fahre ich

Ein Automobilhersteller arbeitet an einem intelligenten Assistenzsystem, das die Hirnströme des ­Fahrers ausliest. Werden wir zunehmend mit Computern verschmelzen?
Fahrtsimulation

Seit drei Stunden fahren Sie schon auf der Autobahn und können es kaum erwarten, auf dem Sofa Ihre Beine auszustrecken. Um schneller heimzukommen, drücken Sie das Gaspedal bis zum Anschlag durch, doch das Auto fährt stur mit 110 Stundenkilometern weiter. Dabei wäre hier sogar ein höheres Tempo erlaubt. Erst jetzt merken Sie, was der Bordcomputer schon seit einigen Minuten weiß: Sie sind müde und unkonzentriert; schneller zu fahren, wäre in dieser Situation zu gefährlich. Zeit für eine Pause! In 500 Metern kommt ein Rastplatz. Noch bevor Sie den Blinker betätigen, meldet sich der Bordcomputer: »Parkplatz belegt; bessere Alternative in fünf Kilometern.« Wenig später verstellt sich der Fahrersitz. Nur ein bisschen, aber Ihre Schulter entspannt sich. Ihnen wird bewusst, dass Sie schon seit einer Weile leichte Nackenschmerzen haben.

Ihr Auto weiß offenbar, was Sie benötigen, sogar noch vor Ihnen! Die entsprechenden Infos bezieht es direkt aus Ihrem Gehirn – Sie tragen eine dezente Kappe mit versteckten Elektroden, die Ihre Hirnströme erfassen. Ein Computer wertet die Daten aus und schickt sie direkt an die Bordelektronik.

Das klingt nach Sciencefiction, und noch ist es das auch: Sie können solch ein Fahrzeug aktuell nicht kaufen. Doch der Automobilhersteller Nissan arbeitet derzeit an genau so einem Fahrassistenten. Er soll die Hirnaktivität des Fahrers auslesen und so erkennen, wenn dieser sich unwohl fühlt, eine Pause braucht oder eine nahende Gefahr übersieht …

11/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 11/2018

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  • Quellen

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