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Krampftherapie: Hirn unter Strom

Obwohl sie bei schweren Depressionen oft erfolgreich ist, genießt die Elektrokrampftherapie keinen guten Ruf. Patienten lehnen die Behandlung mit Stromstößen aus Angst vor Schmerzen oder Folgeschäden häufig ab. Die Mediziner Sarah Kayser und Thomas Schläpfer vom Universitätsklinikum Bonn erklären, warum diese Befürchtungen unbegründet sind.
Unter NarkoseLaden...
Am Kopf des Patienten sind Elektroden befestigt, sein Gesicht ist schmerzverzerrt, Stromstöße durchzucken den fixierten Körper – Szenen wie diese aus dem Film "Einer flog über das Kuckucksnest" aus dem Jahr 1975 prägen bis heute das Bild der Elektrokrampftherapie (EKT). In Miloš Formans Klassiker bändigen und bestrafen Psychiater mit dieser Behandlungsmethode einen rebellischen Patienten (gespielt von Jack Nicholson).
Als die Therapieform 1938 von den italieni­schen Ärzten Ugo Cerletti und Lucio Bini eingeführt wurde, war sie tatsächlich oft eine grausame Tortur – allerdings wurde sie nicht entwickelt, um Patienten zu züchtigen, sondern um Psychosen zu behandeln. Doch wusste man damals noch kaum damit umzugehen, so dass mit Dauer und Intensität der Stromstöße mitunter experimentiert wurde. Das hatte nicht nur erwünschte Effekte, sondern zog häufig massive Schäden nach sich. In der heutigen Anwendung ist die EKT jedoch eine schmerzlose und vor allem bei schweren Depressionen sehr wirksame Therapieform, die nicht mehr Risi­ken mit sich bringt als andere Eingriffe unter Kurznarkose ...
Juli/August 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Juli/August 2010

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  • Quellen
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White, P. F. et al.: Anesthetic Considerations for Magnetic Seizure Therapy: a Novel Therapy for Severe Depression. In: Anesthesia & Analgesia 103, S. 76-80, 2006.