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Paläoarchäologie: Höhlenkino in der Eiszeit

Schon unsere Vorfahren aus der Steinzeit versuchten, Bewegung in Bildern einzufangen. Vor über 30 000 Jahren nutzten sie Lichteffekte und Eigenheiten unseres Sehsinns, um wilde Tiere darzustellen: wie sie jagen, flüchten oder angreifen. Bei entsprechender Beleuchtung scheinen die Abbildungen tatsächlich lebendig zu werden.
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Bewegung mit Bildern nachzuempfinden oder vorzutäuschen, ist keine Erfindung unserer Zeit. Das versuchten schon die prähistorischen Künstler, die Höhlenmalereien schufen – allerdings mit unterschiedlichem Erfolg. Nicht alle frühen Darstellungen in Höhlen wirken so lebendig wie die jagenden Löwen, die eine Wand der südfranzösischen Grotte Chauvet schmücken. Sowohl die Zeichentechniken als auch die verwendeten Stilmittel und optischen Tricks variieren. Aber selbst reglos wirkende Tiere gewinnen oft unerwartete Dramatik – als Teil einer bildlichen Geschichte.

Höhlen waren für die Menschen der Urzeit keine Museen, deren Wandbilder man vorwiegend direkt von vorn anschaute, um sie auf sich wirken zu lassen. Vielmehr handelte es sich um Räume, in denen man selbst zu verschiedenen Zwecken umherging, wodurch man die Bilder aus unterschiedlichen Blickwinkeln sah, oft auch von der Seite – und noch dazu in schwachem, flackerndem Licht. All das zusammen brachte Bewegung und Dynamik in die Szenen an den Wänden und sogar ...

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  • Quellen

Aujoulat, N.: Lascaux. Le geste, l’espace et le temps. Editions du Seuil, Montrouge/Paris 2004

Azéma, M., Rivère, F.: Animation in Palaeolithic Art: A Pre-Echo of Cinema. In: Antiquity 86, S. 316 – 324, 2012

Azéma, M.: La préhistoire du cinéma. Editions Errance, Paris 2011

Azéma, M.: L’art des cavernes en action. 2 Bd., Editions Errance, Paris 2009 und 2010

Clottes, J. et al.: La grotte Chauvet: l’art des origines. Editions du Seuil, Montrouge/Paris 2001 (deutsche Fassung bei Thorbecke, Stuttgart 2001, vergriffen)