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Humanismus: Die Geburtsstunde einer neuen Antike

Eine Reformbewegung fegte im 15. Jahrhundert durch die Welt der Gelehrten: Es sei an der Zeit, den Wortklaubereien der Scholastiker ein Ende zu bereiten, proklamierten die Humanisten. Die Antike zum Vorbild, schufen sie eine neue Weltanschauung, die auch Dürers Kunstschaffen völlig veränderte. Einer spielte dabei eine wesentliche Rolle: der deutsche "Erzhumanist" Conrad Celtis (1459 – 1508).
Die Geburtsstunde einer neuen Antike

Der deutsche Humanismus begann mit einer spektakulären Flucht. Man schreibt das Jahr 1478. Der gerademal 19-jährige Konrad Bickel (oder Pickel), Sohn eines Weinbauern aus dem fränkischen Wipfeld bei Schweinfurt, entzieht sich der Arbeit im väterlichen Weinberg, indem er kurzerhand ein Schiff nach Köln besteigt und sich dort am 14. Oktober an der Universität einschreibt.

Während seine Immatrikulation historisch bezeugt ist, dürfte die Anekdote über den Ausbruch des Winzersohns wohl Legende sein. Wir verdanken sie Konrad Bickel selbst, der sich wenig später den neuen "humanistischen" Namen Conradus Celtis Protucius gab. Mag die überstürzte Flucht vom Weingut des Vaters auch biografische Fiktion sein, so ist sie doch gut erfunden. Aus ihr lässt sich erschließen, was Humanismus um 1500 bedeutete: eine neue Mobilität – und zwar in sozialer wie geografischer Hinsicht. Celtis stieg vom Bauernsohn zum ersten "gekrönten" Dichter Deutschlands auf – danach sogar zum kaiserlichen Poeten am Hof von Maximilian I. in Wien ...

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