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Verhaltensforschung: Vierbeiner mit Zwangsstörung

Sie jagen stundenlang ihren Schwanz oder schlecken sich die Pfoten, bis diese wund sind: Hunde zeigen mitunter Verhaltensweisen, die denen von Menschen mit einer Zwangsstörung erstaunlich ähneln. Kann ein Tiermodell helfen, die Krankheit besser zu verstehen?
Auch Hunde leiden unter Zwangsstörungen.

Neugierig betrachte ich einen Bullterrier namens Sputnik und suche nach Gemeinsamkeiten. Er ist drei Jahre alt, hat überwiegend schiefergraues Fell mit einem weißen Streifen am Kopf und einem rosafarbenen Fleck auf der lang gezogenen Schnauze. Bislang verbindet uns lediglich, dass wir beide in einem Wohnwagen in North Grafton im US-Bundesstaat Massachusetts warten. Dieser dient der Cummings School of Veterinary Medicine der Tufts University als Untersuchungsraum.

Sputnik leidet an einer "Hunde-Zwangsstörung" (im Englischen "canine compulsive disorder", CCD); der Tiermediziner Nicholas Dodman, der sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Phänomen beschäftigt, soll ihn heute durchchecken. Ich nehme an der Untersuchung teil, um mehr über Dodmans Arbeit zu erfahren. Nicht ganz uneigennützig möchte ich dabei auch etwas über mich selbst lernen, denn bei mir wurde vor Kurzem ebenfalls eine Zwangsstörung (beim Menschen abgekürzt mit OCD, für "obsessive-compulsive disorder") diagnostiziert ...

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  • Quellen

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Stewart, S. E. et al.: A Single-Blinded Case-Control Study of Memantine in Severe Obsessive-Compulsive Disorder. In: Journal of Clinical Psychopharmacology 30, S. 34-39, 2010

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