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Spezial Hexen: Hexenlehre: Im Bund mit dem Teufel

Hexenjagden waren nicht das Ergebnis einer kollektiven Manie. Seit dem späten Mittelalter lag den Verfolgungen eine Theorie zu Grunde. Sie erklärte, wieso die Betroffenen Geschlechtsverkehr mit dem Teufel hatten, fliegen konnten und durch Zauber Schaden anrichteten.
Im Jahr 1630 gerät Maria Adams in den Verdacht, eine Hexe zu sein. Das Gericht lässt die Frau aus Oberweis bei Bitburg verhaften und foltert sie, obwohl die Gefangene beteuert, "es sei nicht nötig, ihren Körper und ihre Glieder zu zerreißen". Sie gesteht, dass ein Mann sie im Wald zum Geschlechtsverkehr verleitet habe. Zunächst dachte sie, der Verführer sei ihr Arbeitgeber, der Pfarrer Cornelius von Bettenfeld. Sein Glied habe sich "kalt wie ein Eiszapfen" angefühlt. Nach dem Akt sei er vor ihren Augen verschwommen. Erst in diesem Moment sei ihr klar geworden: Es war der Teufel. Maria erzählt von weiteren Begegnungen mit dem Satan. Er habe sie gedrängt, Gott und der Jungfrau abzuschwören und sich ihm hinzugeben. Doch sie habe ihn abgewiesen und an ihrem Glauben festgehalten.

Die Richter bedrängen Maria weiter, ermahnen sie zur Wahrheit und stellen ihr Suggestivfragen. Die Angeklagte fürchtet weitere Folter. Schließlich gibt sie zu Protokoll, Gott verleugnet und dafür Geld erhalten zu haben. Nachdem der Satan verschwunden sei, hätten sich die Münzen jedoch "in Pferdedreck verwandelt". Über 20 Jahre lang sei sie schon eine Hexe.  ...
05/10

Dieser Artikel ist enthalten in epoc 05/10

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  • Literaturhinweise
Hexen-Lit Der Arbeitskreis Interdisziplinäre Hexenforschung an der Universität Tübingen (http://www.uni-tuebingen.de/IfGL/akih/akih_6li.htm) empfiehlt folgende Literatur, die den modernen wissenschaftlichen Ansprüchen genügt:

1. Zur Einführung:
Behringer, Wolfgang
: Hexen: Glaube, Verfolgung, Vermarktung (Beck´sche Reihe), 5. Aufl. München 2009
Behringer, Wolfgang: Witches and Witch-Hunts. A Global History (Themes in History), Cambridge 2004.
Dillinger, Johannes: Hexen und Magie, eine historische Einführung (Historische Einführungen, Bd. 3), Frankfurt/M. 2007.
Rummel, Walter / Voltmer, Rita: Hexen und Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit (Geschichte kompakt), Darmstadt 2008.

Ältere, noch durchaus verwendbare "Klassiker":

Levack, Brian P.: Hexenjagd. Die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa. Aus dem Englischen von Ursula Scholz,         München 1995 (engl. 1987).
Schormann, Gerhard: Hexenprozesse in Deutschland, Göttingen,
2. Aufl. 1986.

2. Zur Einführung in das Thema besonders geeignete Ausstellungskataloge:
Hexen: Mythos und Wirklichkeit. Historisches Museum der Pfalz Speyer von Voltmer, Rita/Lars Börner/Wolfgang Leitmeyer, München 2009.
Hexen und Hexenverfolgung im deutschen Südwesten (Volkskundliche Veröffentlichungen des Badischen Landesmuseums Karlsruhe, Bd. 2), Bd. 1: Katalogband; Bd. 2: Aufsatzband, Ostfildern 1994.
Neuausgabe des Aufsatzbandes:
Wider alle Hexerei und Teufelswerk: Die europäische Hexenverfolgung und ihre Auswirkungen auf Südwestdeutschland, hrsg. von Sönke Lorenz und Jürgen Michael Schmidt, Ostfildern 2004.
Schild, Wolfgang: Die Maleficia der Hexenleut' (Schriftenreihe des Mittelalterlichen Kriminalmuseums Rothenburg o. d. Tauber Nr. 1), Rothenburg o. d. T. 1997.
Hexenwahn. Ängste der Neuzeit. Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Instituts, hrsg. von Rosmarie Beier- de Haan, Rita Voltmer und Franz Irsigler, Berlin 2002. In einer Web-Präsentation: www.dhm.de/ausstellungen/hexenwahn/index.html

3. Überblicksdarstellung mit umfangreichen Quellenauszügen:
Behringer, Wolfgang: Hexen und Hexenprozesse in Deutschland (DTV-Dokumente), München, 4. Aufl. 2000.

4. Gelehrte Hexendiskussion / Dämonologie:
Hansen, Joseph: Zauberwahn, Inquisition und Hexenprozeß im Mittelalter und die Entstehung der großen Hexenverfolgung (Historische Bibliothek, Bd. 12), München 1900 [alte, aber immer noch wichtige Arbeit].
Schwerhoff, Gerd: Rationalität im Wahn. Zum gelehrten Diskurs über die Hexen in der frühen Neuzeit, in: Saeculum 37 (1986), S. 4582.
Stokes, Laura: Demons of Urban Reform: The Rise of Witchcraft Prosecution, 1430-1530. Erscheint voraussichtlich im Herbst 2010 im Palgrave MacMillan Verlag.
Vom Unfug des Hexen-Processes. Gegner der Hexenverfolgung von Johann Weyer bis Friedrich Spee, hrsg. von Hartmut Lehmann und Otto Ulbricht (Wolfenbütteler Forschungen 55), Wiesbaden 1992.
Clark, Stuart: Thinking with Demons, Oxford 1997.

5. Online:
Wissenschaftliche Auswahlbibliographie von Prof. Dr. Gerd Schwerhoff an der TU-Dresden erstellt: http://rcswww.urz.tu-dresden.de/%7Efrnz/dabhex/navigation.html.
Einen Führer zu online-Quellen und Literatur bietet Dr. Klaus Graf auf Wikiversity: http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Histo/Hexenforschung

6. Zur Forschungsgeschichte bis 2004:
Behringer, Wolfgang: Geschichte der Hexenforschung, in: Wider alle Hexerei und Teufelswerk: Die europäische Hexenverfolgung und ihre Auswirkungen auf Südwestdeutschland, hrsg. von Sönke Lorenz und Jürgen Michael Schmidt, Ostfildern 2004, S. 485-668.

6. Ausgewählte regionale Studien (Heiliges Römisches Reich):
Finden Sie auf der Homepage des Arbeitskreis Interdisziplinäre Hexenforschung an der Universität Tübingen: http://www.uni-tuebingen.de/IfGL/akih/akih_6li.htm