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Im Rückblick




1900


Der Mammuthjäger des Kesslerlochs

In der Tiefe von 3 m unter der Oberfläche wurde in dem Schuttkegel eine große Feuerstätte mit Asche und Kohle aufgedeckt. In der Asche dieses Herdes und um die Feuerstelle herum zerstreut, lag eine Menge angebrannter und auch calcinierter Knochen von jungen und alten Individuen des Mammuths. ... Einige keulen- und dolchförmige Instrumente sind auch aus Knochen des Mammuths hergestellt, die wohl nur im frischen Zustande einer solchen Bearbeitung fähig waren. Der Renntier-Jäger des Kesslerloches war demnach auch ein Mammuth-Jäger; er hinterliess uns in den Küchen-Abfällen seiner Mahlzeiten den untrüglichsten Beweis der Coexistenz des Menschen mit dem Mammuth. (Die Umschau, Nr. 37, IV. Jg., 1900, S. 736)

Kraftmesser für Explosivstoffe

Der Guttmannsche Kraftmesser besteht aus einem Mittelstück a und den aufgeschraubten Kopfstücken b b, welche aus gehärtetem Bessemerstahle angefer-tigt sind. In den Apparat werden zunächst zwei Bleizylinder und zwischen diese genau 20 Gramm des zu untersuchenden Pulvers gebracht, der Hahn m schlägt auf ein Zündhütchen, wel-ches die Entzündung des Pulvers herbeiführt, das Ventil i schließt sich im Augenblick der Explosion und verhindert den Austritt der Pulvergase. Diese vermögen daher nur auf die beiden Bleizylinder zu wirken, welche sie je nach der Kraft des Pulvers mehr oder minder tief in die Conusse ein-drücken. Mittelst einer Schubleere wird dann die Höhe der entstanden Conusse gemessen und dieses Maß vergleicht man mit den Ergebnissen eines normalen Sprengstoffes, gewöhnlich mit Schwarzpulver. (Der Stein der Weisen, 24. Bd., 1900, S. 255/256)

Anwendung von Sauerstoff gegen die Seekrankheit

Ein Pariser Arzt hat Dubois’ Versuche fort-gesetzt und Experimente mit Inhalirungen von Sauerstoff durch Unterdruck vorgenommen. Die zahlreichen von der Seekrankheit Ergriffenen, welche nach dieser Methode behandelt wurden, befanden sich sehr gut dabei; die Auswürfe und Schwindelan-fälle hörten sofort auf, die Kopfschmerzen verschwanden und das ungenügende und heftige Athmen regelte sich wieder. Diese Inhalirungen müssen lange und tief sein, um Wirkung ausüben zu können. (Zeitschrift für die gesammte Kohlensäure-Industrie, Nr. 18, VI. Jg., September 1900, S. 537)

 

1950


Neues Antibioticum Terramycin

Aus dem Kulturfiltrat einer neuen Strahlenpilzart, Streptomyces rimosus, konnte nach einer Mitteilung von A. C. Finlay ... von den Forschungslaboratorien von Pfizer ein weiteres Antibioticum gewonnen werden, das die Bezeichnung "Terramycin" erhielt. ... Nach ersten klinischen Berichten erwies es sich als wirksam zur Behandlung von Infektionen der Harnwege, Keuchhusten, Lungenentzündungen, bestimmten Darminfektionen, Gonorrhoe und Syphilis sowie einer weiteren Geschlechtskrankheit, dem Granuloma inguinale. (Kosmos, Heft 9, 46. Jg., September 1950, S. 430-431)

Gasturbinen-Antrieb für Flugzeuge

Die Turbodyne Corporation in Hawthorne, Californien, hat für die US-Luftwaffe eine Gasturbine für den Propellerantrieb von Flugzeugen entwickelt, die die zur Zeit stärkste je gebaute Einheit ist. Die Gasturbine "Turbodyne XT-37" ist in ähnlicher Weise gebaut, wie die in Düsen-Flugzeugen verwendeten Maschinen, jedoch wird von der Turbinenwelle ein Propeller angetrieben. Die Abbildung zeigt die XT-37 Turbodyne auf dem Prüfstand in Hawthorne. Während der 50stündigen Dauererprobung lieferte die neue Maschine 7500 PS als Dauerleistung, die notfalls noch auf 8000 PS gesteigert werden kann. (Glasers Annalen, 74. Jg., Heft 9, September 1950, S. 174-175)

Honig tötet Mikroben

Die Forscher Dold, Du, Dziao und Milan Prica machten auf Grund umfangreicher Versuche die interessante Feststellung, daß Bienenhonig besondere antibakterielle Substanzen enthält, die von den Entdeckern "Inhibine" genannt werden. ... Diese besitzen neben ihren bakteriziden auch antimyketische – pilzhemmende – Eigenschaften. (Orion, 5. Jg., Nr. 18, 2. September 1950, S. 756)

Radio-Photo-Mobil

In Los Angeles, der Stadt mit den riesigen Entfernungen, der daher größten Zahl von Autos pro Einwohner und den daher chronisch verstopften Straßen, kommt die "Los Angeles Daily News" trotzdem in 16 Minuten zu ihren Bildern. Das schafft ein neuartiges "Photo-Mobil", dessen Dach gleichzeitig Plattform für Aufnahmen ist. Drinnen befindet sich eine komplette Dunkelkammer, eine drahtlose Bildübertragungseinrichtung, Radio-Telefon und Klimaanlage. Der Reporter gibt seine Geschichte drahtlos durch. Inzwischen werden die Negative entwickelt, der Bildredakteur gibt seine Auswahl nach der Beschreibung aus dem Auto von der Redaktion aus funktelefonisch durch, und das ausgewählte Bild wird der Zeitung dann "zugesendet". (Photo Magazin, September 1959, S. 66)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 9 / 2000, Seite 103
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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