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Im Rückblick




1901


 

Leuchtendes Blei


Einen neuen wichtigen Beitrag zu der Kunde von den merkwürdigen Lichtstrahlen, die von gewissen Mineralien ausgesandt werden und zunächst von dem Pariser Chemiker Becquerel an der Pechblende entdeckt worden sind, haben die deutschen Gelehrten Hofmann und Strauss geliefert. Sie haben aus verschiedenen Mineralien, wie Pechblende ... einen Körper herausgezogen, der in seinen chemischen Eigenschaften durchaus dem Blei gleicht. ... Er unterscheidet sich nur durch die auffallende Erscheinung, dass er in völliger Dunkelheit auf die photographische Platte wirkt und ein Licht aussendet, das eine Linie im violetten Theile des Spectrums erzeugt. Diese Linie ist ihrer Lage nach verschieden von derjenigen, die vom glühenden Blei im Spectrum hervorgerufen wird, und aus diesem Grunde nehmen die beiden Forscher an, dass in dem Körper noch ein bisher unbekanntes Element enthalten sei. (Elektrotechnischer Anzeiger, Nr. 19, XVIII. Jg., März 1901, S. 634)

Gaillard’s lautsprechendes Telephon


Der Apparat ist hauptsächlich für solche Zwecke bestimmt, wo gewöhnliche Telephone infolge Uebertönung von dem Geräusch resp. Lärm der Umgebung eine unzureichende Intensität der Wiedergabe besitzen. Das auf der Pariser Welt-Ausstellung an verschiedenen Stellen praktisch im Betriebe vorgeführte Modell ... ist hauptsächlich für kurze Linien, beispielsweise für lokale Telephon-Anlagen innerhalb von Fabriken etc., bestimmt. Die Lautstärke ist derart, dass man das vom lautsprechenden Telephon Reproduzierte in einem grossen Raum überall deutlich wahrnehmen kann. ... Das Gaillard’sche Telephon ist besonders zum Uebertragen von Aufträgen, beispielsweise aus einem Bureau nach der Werkstatt, geeignet. (Der Mechaniker, Nr. 6, 9. Jg., 20. März 1901, S. 66)

Neue Maschine zum Kühemelken


Die Vorrichtung besteht aus einer Saug-pumpe, einem Röhrensystem und den becherartigen, aus Glas gefertigten Saugnäpfen, welche an das Euter ange-legt werden und dann, sobald die Pumpe in Thätigkeit tritt, daran haften bleiben. Von den Saugern führt ein Rohr zu dem am Erdboden stehenden Sammelgefäß, in welchem durch die weiteren Röhrenleitungen und die mit der Hand bethätigte Saugpumpe eine Luftverdünnung hervorgerufen wird. Indem sich letztere bis in die kleinen Saugnäpfe fortpflanzt, treibt der innere Luftdruck die Milch aus dem Euter und in das Sammelgefäß. Ein Mann oder Knabe zur Bewegung der Pumpe und ein Mädchen zum Entleeren der Sammelgefäße und Fortschaffen der Milch genügen, das Melken einer größeren Anzahl Kühe zu besorgen. (Das Neue Universum, XXII. Jg., 1901, S. 154–155)

 

1951


 

Nylon hilft feinste Röhren herstellen


Einem Bericht zufolge entwickelte der schwedische Forscher Rolf Gezelius ein Verfahren zur Herstellung feinster Metallröhren unter Verwendung von Nylonfasern. Danach werden die Fasern zunächst in die gewünschte Form gebracht und dann elektrolytisch mit Metall überzogen. Anschließend werden die Fasern aus der Röhre entfernt. Auf diese Weise soll es gelingen, Röhren mit einer bisher unerreichbar dünnen Wandstärke zu erzeugen. (Orion, 6. Jg., Nr. 6, 2. Märzheft 1951, S. XLV)

Denkende Maschinen


Die Berechnung komplexer mathematischer Probleme, zu deren Lösung der Mensch Wochen, ja Monate benötigt, wird schnell und genau von neuartigen, elektronischen Maschinen ausgeführt. ... Die große Büromaschinenfabrik IBM in New York hat eine Maschine in Betrieb, die die relative Posi-tion des Mondes zur Erde berechnen kann. Eine Flugzeugfabrik in Texas benützt eine derartige Rechenmaschine für einen Großteil der schwierigen aerodynamischen Berechnungen. ... Diese Roboter arbei-ten pausenlos. Versieht man sie am Abend mit einem ausreichenden Vorrat mathematischer Probleme auf Lochstreifen, dann arbeiten sie emsig die ganze Nacht. ... Wissenschaftler werden vielleicht in naher Zukunft ihre mathematischen Aufgaben ausschließlich auf "denkenden Maschinen" in der Größe eines Schreibtisches lösen, die man in der Wohnung oder im Büro aufstellen kann. (Naturwissenschaftliche Rundschau, 4. Jg., Heft 3, S. 132)

Von der Nautik zur Astronautik


Das erste Ziel der Gesellschaft für Weltraumforschung ist eine sogenannte Außenstation, ein künstlicher Satellit kurz außerhalb der Erdatmosphäre, der es gestatten würde, die Erkenntnisse der kosmischen Physik zu erweitern, und der auch zu Ausnutzung der kosmischen Strahlung für Energiezwecke benutzt werden könnte. Erst später kann an eine wirkliche Raumfahrt mit Raketenschiffen gedacht werden, für die ganz neuartige Gesetze der Nautik gelten müssen. (Das Industrieblatt, 51. Jg., Nr. 3, 25. März 1951, S. 80)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001, Seite 69
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001

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