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Im Rückblick




1901


Sicheres Auto mit flüssiger Luft als Antrieb


Zunächst sollte man meinen, dass ein mit flüssiger Luft betriebener Motor keineswegs etwas ganz Ausserordentliches sein müsste, da Maschinen mit comprimirter Luft eigentlich etwas ganz Aehnliches wären. Ihre Schwierigkeit besteht aber darin, dass die flüssige Luft ... schon bei weit über 100 Grad unter dem Nullpunkt siedet. ... Ein Mensch, der sich einem mit flüssiger Luft betriebenen Gefährt anvertraute, müsste jeden Augenblick darauf gefasst sein, mitsammt den Trümmern des Wagens und wahrscheinlich selbst stark lädirt in die Lüfte geschleudert zu werden. ... Die grosse technische Schwierigkeit scheint jetzt überwunden zu sein, wenigstens wird von dem in Newyork ausgestellten neuen Gefährt angegeben, dass es eine Strecke von 80 Kilometern ... zurücklegen kann, ohne seine Insassen zu gefährden. (Zeitschrift für die gesammte Kohlensäure-Industrie, VII. Jg., Nr. 10, S. 285)

Altägyptisches Platin


Von diesem erst seit anderthalb Jahrhunderten bekannt gewordenen Edelmetalle hat Berthelot ... ein 5 bis 6 mg schweres Stückchen an einem zu Theben gefundenen ... Metall-Etui entdeckt, mit dem die Königin Shapenapit, Tochter des Königs Psamnetik I. (7. Jahrhundert vor Christus) ein Geschenk gemacht hat. ... Was aber das an ihm gefundene Platin betrifft, dessen Natur nach seinem chemischen Verhalten festgestellt wurde und zwar als ein mehrere verwandte Metalle enthaltendes Rohplatin, so haben die antiken Goldschmiede dessen Eigenart ersichtlich nicht erkannt gehabt, sondern es nach seiner Farbe für Silber gehalten und ihm, ebenso wie dem natürlichen Waschgolde, unter dem Hammer Blättchenform ertheilt. (Naturwissenschaftliche Wochenschrift, XVI. Bd., Nr. 21, S. 238)

Kein Föhn aus der Sahara


Wegen der hohen Wärme und Trockenheit des Föhns hat man anfangs die Ursprungsstätte desselben in der Sahara gesucht. Eine eingehendere Untersuchung ... hat aber gezeigt, daß derselbe unmöglich aus der Sahara kommen kann. Denn während auf der Nordseite der Alpen der heiße, trockene Südwind weht, ist die Luft auf der Südseite ruhig, die Temperatur ist in den Thälern wenig oder gar nicht erhöht, die relative Feuchtigkeit ist groß und gewöhnlich fallen wenige Stunden, nachdem der Föhn in den nördlichen Alpenthälern zu wehen begonnen hat, auf der Südseite des Alpenkammes ... Niederschläge. (Der Stein der Weisen, 26. Bd., 1901, S. 255)

 

1951


Rätselhafte Protuberanzen


Einer Klärung nähergeführt wurde das Rätsel der Sonnenprotuberanzen, jener wie rot leuchtenden Flammen aus der Sonnenchromosphäre herausschießenden Gasmassen, die eine Höhe von 400000 km über die Sonne erreichen können. Nach den Darlegungen von Prof. Günther, Göttingen, ist die emporschießende, hauptsächlich aus einem Ge-misch von Helium, Wasserstoff und Kalzium bestehende Materie gewisser Protuberanzen an ganz bestimmte, im Raum festliegende Bahnen gebunden und zwar, offenbar in Abhängigkeit zum Magnetismus der Sonne, an magnetische Feldlinien. (Universitas, 6. Jg., Heft 5, S. 592)

Transplantation des Zellkerns


Es ist gelungen, bei zwei Amöbenarten (Amoeba proteus und A. discoides) den Kern operativ zu entfernen und durch den Kern der an-deren Amöbenart zu ersetzen. Die Operation gelang in einem recht hohen Ausmaß: Bei Wiedereinpflanzung der Kerne der gleichen Art zu etwa 90%, bei Übertragung der Kerne der andern Art zu etwa 80%. ... Bei der Transplantation nahmen die frem-den Kerne die Größe der eigentlich zu dem Plasma gehörenden Zellkerne an, das heißt, das Plasma entscheidet über die Größe der Kerne. Auf der anderen Seite unterscheiden sich die beiden Amöbenarten auch in der Form der Zellen während der Bewegung. ... Der Vergleich der reziproken Transplantate ... zeigte hier deutlich, daß die Form der Amöbe teils vom Kern, teils vom Plasma bestimmt wird. (Umschau, 51. Jg., Heft 10, S. 311)

Vorfahr des Millenium Dome in Großbritannien


Mit der großen nationalen Veranstaltung, zu der als "Festival of Britain" vom Mai bis Oktober 1951 in London die Leistungen der britischen Forscher und Entdecker zusammengetragen sind, wird zugleich eines der interessantesten Baudenkmäler der Neuzeit der Öffentlichkeit übergeben. Der "Dome of Discovery" übertrifft in seinen Ausmaßen nicht nur alle bisher fertiggestellten Kuppelbauten, sondern ist zugleich das bedeutendste Leichtmetallbauwerk, das jemals errichtet wurde. Mit einem Durchmesser von 111 Metern ... überdeckt die freitragende, 27,5 Meter hohe Kuppel eine Fläche von 10000 Quadratmetern! Damit wird fast die Fläche der größten Halle des Kontinents in freitragender Stahlkonstruk-tion erreicht, die auf dem Messegelände in Hannover errichtet wurde. (Orion, 6. Jg., Nr. 9, S. 346)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001, Seite 97
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
5 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001

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