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Im Rückblick



1901

Radeln mit spitzen Speichen

Zu den verschiedenen Fahr-radsystemen ist als neuestes das Schlittenfahrrad hinzugekommen, das unlängst von einer amerikanischen Gesell-schaft eingeführt wurde. Am Vorderrad ist eine kleine Schlittenkufe angebracht, an der Achse des Hinterrades, welchem der Radkranz und die Gummireifen fehlen, stehen zwei Kufen. Das Hinterrad hat zwölf durch einen Stahlreifen verbundene Speichen mit scharfen Spitzen. Letztere dringen bei der Drehung des Rades in das Eis und vermitteln die Vorwärtsbewegung auf der glatten Fläche, während das Vorderrad nur dazu bestimmt ist, mittels der Lenkstange dem Fahrrade die Richtung zu erteilen. (Das Neue Uni-versum, 22. Jg., 1901, S. 378)

Kalifornische Sonne heizt Dampfmaschine

In Südpasadena ist thatsächlich eine selbst-thätige, von der Sonnenwärme getriebene Maschine aufgestellt worden. Der Motor, der einer großen Glasscheibe gleicht, ist ein aus 1800 Spiegeln zusammengesetzter Reflektor, der die Sonnenstrahlen in einem mittleren Brennpunkt vereinigt. Hier befindet sich ein Kessel, der 500 Liter Wasser fasst, während ein Dampfraum von 8 Kubikfuss vorhanden ist. Der Reflektor steht auf einem Gerüst, dessen Achse sich vermöge eines Uhrwerks genau mit der Sonne dreht. Etwa eine Stunde nach richtiger Einstellung des Kessels ist er weissglühend und das Manometer zeigt 150 Pfund Druck. Der Dampf wird zur Maschine geleitet. Diese pumpt Wasser aus einem Brunnen und hebt dabei in jeder Minute 6000 Liter Wasser. (Häder’s Zeitschrift für Maschinenbetrieb und Montage, 9. Jg., Nr. 17, 1901, S. 148)

Harmlose Röntgenstrahlen

Ein Fortschritt ist auf dem Gebiete der Röntgenstrahlen zu verzeichnen. Dem Mitgliede der Londoner Medizinischen Gesellschaft, Shenton, gelang es, mit Hilfe sehr grosser Vakuumröhren und starker Ströme Röntgenaufnahmen in Bruchteilen einer Sekunde zu machen. Ein Verbrennen der Haut und dergl. ist bei diesen kurzen Aufnahmen ausgeschlossen. Wertvoll erwiesen sich die starken Durchleuchtungen zur Erkennung von Nierensteinen, tief liegenden Brüchen u.s.w. Shenton ist im Besitz eines der größten Röntgenlaboratorien der Welt. (Photographische Rundschau, 15. Jg., 1901, S. 187)

1951

DFG gegründet

Die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft ist in der Universität Köln am 1. und 2. August zusammengetreten, um den Jahresbericht für das Rechnungsjahr 1950 entgegenzunehmen und die Fusion mit dem "Deutschen Forschungsrat" zur "Deutschen Forschungsgemeinschaft" zu beschließen. Durch die Konstruktion der Forschungsgemeinschaft, die personelle Zusammensetzung ihrer Organe und die Übernahme des Gutachtersystems der Notgemeinschaft ist Ge-währ dafür gegeben, daß die Forschungsmittel auf gleiche Weise wie bisher verteilt werden. (Chemiker-Zeitung, 75. Jg., Nr. 24, 1951, S. 429)

Zopfiger Virus

Jetzt erhielten wir mit einem besonders schonenden Verfahren elektronenmikroskopische Bilder des Kartoffel-X-Virus, die bisher nicht bekannte Formeigenschaften klar erkennen lassen. Sie zeigen eine gesetzmäßige Verschlingung der Fäden, und zwar finden wir in großer Zahl aus drei Fäden geflochtene Zöpfe, die teils in Aufsicht, teils in Seitenlage zu sehen sind. Sie können unseren Erachtens nur so zustandekommen, daß sich die freien, fortwachsenden Enden der Fäden umeinander schlingen; eine nachträgliche Verflechtung von Einzelfäden dürfte ausgeschlossen sein. (Die Naturwissenschaften, Jg. 38, Heft 15, 1951, S. 355)

Hilfreiche Fluoreszenz der Tumoren

Nun berichtet Schütze, Heidelberg, auf dem Münchner Chirurgen-Kongreß 1951, daß auch das dem Fluoreszein sehr ähnliche Atebrin von Tumorgewebe gespeichert wird. Atebrin fluoresziert ebenso wie das Fluoreszein im ultravioletten Licht. Wenn man nun einem Tumor-Patienten vor der Operation Atebrin injiziert, so fluoresziert der Tumor nach operativer Freilegung bei UV-Bestrahlung. Dadurch ist es möglich, mit Sicherheit alles Tumorgewebe zu entfernen, da zurückgebliebene Reste fluoreszieren. Es wird mit dieser Methode aber auch vermieden, daß man aus Vorsicht zu viel reseziert. (Umschau, 51. Jg., Heft 15, 1951, S. 474)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 8 / 2001, Seite 99
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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