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Im Rückblick



1953

Fernseheinfluß auf die Jugend

Englische Psychologen untersuchten die in den USA schon seit längerer Zeit diskutierte Frage, wie das Fernsehen auf die seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wirkt. Diese bleiben am Abend öfter daheim, seit es das Fernsehen gibt. Aber man sollte sich keinen Täuschungen darüber hingeben, daß dadurch in allen Fällen der Zusammenhalt der Familien gefördert werde; stundenlanges untätiges Sitzen vor dem Television-Schirm mache das Leben vieler Jugendlicher, die bisher einen ganzen Teil der Abende im Kreise von Altersgenossen zubrachten, ärmer. (Deutsche Medizinische Wochenschrift, Nr. 5, Januar 1953, S. 180)

Ein Elektromotor in der Armbanduhr

Die Herstellung elektrischer Armbanduhren ist noch zu kostspielig für eine Serienfertigung. Winzige Batterien versorgen einen ebenso winzigen Elektromotor mit Strom. Der hin- und herschwingende Rotor des Motors ... des amerikanischen Modells ist 1 mm lang ... ; ihm ist ein isolierter Kupferdraht in 3000 Windungen aufgewickelt. Von der französischen Konstruktion sind erstaunliche Zahlen bekannt: Der Durchmesser des Wicklungsdrahtes beträgt ein hundertstel Millimeter und die Lebensdauer der Batterie zwei Jahre. Nach acht Monaten wich der Gang nur wenige Sekunden ab. (Westermanns Monatshefte, 94. Jg., Heft 1, S. 82, 1953)

Tieraugen als Objektiv

Die Messungen der photographischen Charakteristiken der Tieraugen werden dazu beitragen, unser Wissen von der Physiologie des Sehens zu bereichern. ... Man schnitt eine kleine Öffnung in die Rückseite eines Schafsauges und verschloß sie mit einem erbsengroßen Stück Film. Das Auge wurde in einen Metallrahmen eingefügt, der einen Compur-Verschluß mit 1100 Sekunde enthielt. Auf diesem Wege erzielte man annehmbare Schwarzweiß- und Farb-Bilder. Messungen ergaben, daß das Schafsauge einem Objektiv mit einer Lichtstärke zwischen f 1.9 und 3.0 gleichkommt. Das Auge war etwa 10 cm vom Aufnahmeobjekt entfernt ... Damit wurde aber noch nicht bewiesen, daß das Auge Dinge sieht wie eine Photographie. Man nimmt an, daß das Bild erst im Gehirn entsteht, wo die Eindrücke der Netzhaut in ein geistiges Bild übertragen werden.

1903

Gewichtsverlust radioaktiver Substanzen

5 g des radioaktiven Präparates wurden in ein Glasröhrchen eingeführt und das Gewicht desselben mehrere Wochen lang mit dem eines ganz ähnlichen, mit Glasstücken angefüllten Röhrchens verglichen. Es zeigte sich das überraschende Resultat, dass die radioaktive Substanz täglich etwa 0,02 mg an Gewicht verlor. Wenn man nun Berechnungen Becquerels, die von der Hypothese ausgehen, dass die Radiumstrahlen aus materiellen, weggeschleuderten Teilchen bestehen, auf die untersuchte Substanz anwendet, so findet man, dass ihr Energieverlust eine auffallende Übereinstimmung damit zeigt. (Die Umschau, 7. Jg., Nr. 3, S. 57, 1903)

Feuersichere Bekleidungsstoffe

Für Feuerarbeiter müsste Stoff vor der Verarbeitung feuersicher gemacht werden, um zu verhüten, dass die Kleider ... bei unvorherzusehender Berührung mit glühenden Körpern ... in Brand geraten. In englischen Werkstätten benutzt man zum Feuersichermachen leinener Stoffe phosphorsaures Ammoniak. Man stellt eine Lösung von etwa 1 Th. phosphorsaures Ammoniak und 10 Th. Wasser her, tränkt den Stoff und trocknet ihn bei gelinder Wärme. Beim Waschen gebrauchter leinener Arbeitskleider fügt man ein entsprechendes Quantum der Lösung dem Stärkebrei hinzu; nach dem Bügeln sind die Kleider dann vollständig feuersicher. Kommen sie mit einem glühenden Körper oder einer Flamme in Berührung, dann verkohlen dieselben wohl an der Berührungsstelle, aber sie lodern nicht auf. (Hannoversches Gewerbeblatt, Nr. 1, S. 5, 1903)

Die Kraft eines Ohrwurms

Der Öhrling oder Ohrwurm, ein ganz unschuldiger Geradflügler, ist manchen Menschen als nächtliches Tier etwas unheimlich ... Gefährlich ist aber das Tier gar nicht. ... Es ist 14 bis 20 mm lang, sehr zart und geschmeidig. ... Ein Naturforscher hat sich die unendliche Mühe gemacht, einen Öhrling vor einen kleinen Wagen zu spannen, den er aus dünnem Karton verfertigt hatte, und konnte den Wagen mehr und mehr mit schwedischen Streichhölzern beladen, ohne daß das Tier am Vorwärtsgehen behindert gewesen wäre. Als schließlich acht Hölzer aufgelegt waren, ging der Ohrwurm mit langsamen Schritten, etwa wie ein vor einen schweren Lastwagen gespanntes Pferd. Der Wagen mit den acht Hölzern wog das Vierundzwanzigfache des Tieres. Welche Last müßte entsprechend ein Pferd ziehen können! (Das Neue Universum, Bd. 24, S. 381, 1903)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 1 / 2003, Seite 21
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
1 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 1 / 2003

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