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Im Rückblick



1953

Erstmaliger Ersatz der Harnblase In Tübingen berichtete W. Staehler über die erstmals gelungene Operation, mit der beim Menschen eine künstliche Harnblase mit einem völlig physiologischen Entleerungsmechanismus geschaffen wurde, nachdem zuvor zahlreiche entsprechende Versuche an Hunden erfolgreich verliefen. ... Nach vorheriger Umpflanzung der Harnleiter in den Darm wurde aus dem Dünndarm ein etwa 30 Zentimeter langes Darmstück ausgeschaltet und mit dem Stumpf der Harnröhre an Stelle der bisherigen Blase verbunden. In einer gesonderten Operation wurden dann die in den Darm umgepflanzten Harnleiter in die neue Harnblase zurückversetzt. Die neuen Blasen können etwa 300 bis 400 Kubikzentimeter Urin aufnehmen und lassen sich gut und auf vollständig normale Weise entleeren. (Die Umschau, 53. Jg., Heft 3, 1953, S. 122)

Verlagerung des geographischen Nordpols

Das amerikanische Carnegie-Institut hat ermittelt, daß sich nicht nur der magnetische, sondern auch der geographische Nordpol in Bewegung befindet. Der betreffenden Mitteilung zufolge soll sich in den letzten 30 Jahren eine Verlagerung von rund 4 Metern ergeben haben. Die Veränderung wird mit der Verschiebung der Erdkruste in Verbindung gebracht. (Westermanns Monatshefte, 94. Jg., Heft 2, 1953, S. 97)

Dreidimensionales Kino

Cinerama, eine »noch nicht dagewesene« Art von Kino, feiert jetzt in New York seine Welt-Uraufführung. ... Es ist bemüht, die Sehweise des menschlichen Auges nachzuschaffen. ... Waller konstruierte eine Kamera mit drei Objektiven, die in einem Winkel von etwa 40° zueinanderstehen ... und der menschlichen Sehweise sehr nahekommen. Die drei Bilder, die diese Objektive aufnehmen, werden mit drei Projektionsapparaten in perfekter Synchronisierung auf eine konkav gewölbte Leinwand geworfen: der rechte Projektor wirft das Bild auf die linke Seite der Leinwand, der linke auf die rechte, und das mittlere Bild wird geradeaus projiziert. ... Aus dieser Riesenleinwand, die den Gesichtskreis des Beschauers füllt, scheint das panorama-artige Bild dreidimensional herauszuspringen. (Photomagazin,1953,S.18)

1903

Trockenthürme für neue Wohnhäuser

Das Trocknen der Wäsche auf den unter dem Dach vorgesehenen Trockenböden ist mit grossen Zeitverlusten verknüpft, deshalb empfiehlt sich eine einfache und doch praktische Vorrichtung. ... Das Prinzip des Meidinger’schen Trockenthurms besteht in Folgendem: Die Wäsche wird in einem engen hohen Schacht übereinander aufgehängt; so kann die unten erzeugte warme Luft von selbst in die Höhe steigen und oben abgekühlt, sowie mit Feuchtigkeit geschwängert in die freie Luft entweichen. ... Mittels einer Kurbel wird die Trocknungsvorrichtung nach Behängung einer Stange bis zur nächsten gedreht. Unten im Schacht sind zwei Füll­öfen aufgestellt, welche die zur Trocknung der Wäsche erforderliche heisse Luft liefern. (Hannoversches Gewerbeblatt, Heft 3, 1903, S. 21–22)

Künstliches Nordlicht in London

Ein kräftiger Elektromagnet war in vertikaler Stellung angebracht. Zwischen seinen oberen und seinen unteren Polstücken war eine luftleer gemachte Glasglocke eingesetzt, die im oberen Teile einen kreisförmigen Ring enthielt. Ein kräftiger Wechselstrom ... rief dort eine ringförmige Glimmentladung hervor. Wenn man dann durch die Spulen des Elektromagneten einen Strom schickte, so wurde die ringförmige Entladung nach unten in der Form von Strömungen abgelenkt, die den beim Nordlicht beobachteten durchaus glichen. Bekanntlich haben die Untersuchungen des Nordlichtspektrums das Vorhandensein von Krypton erwiesen. Dies illustrierte dessen Mitentdecker Ramsay nun, indem er die Glocke mit verdünnter Luft füllte, wobei man sogleich bei der Entladung die Anwesenheit von Krypton be­obachtete. (Naturwissenschaftliche Wochenschrift, Bd. XVIII, Nr. 20, 1903, S. 237)

Nebelmassen um Nova

In der Umgebung der Nova Persei sind von G. W. Kitchen mit dem 24zölligen Reflektor der Yerkes-Sternwarte Nebelmassen photographiert worden, die sich nach allen Seiten hin ausbreiten. Die Nebel umgeben die Nova in einem weiten elliptischen Bogen und enthalten Stellen von wechselnder Lichtstärke. (Der Stein der Weisen, Bd. 29, 1903, S. 141)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003, Seite 102
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2003

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