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Im Rückblick



1953

Radiostrahlen aus dem All

Walter Baade (Mount Palomar Observatorium) teilte mit, daß es gelungen sei, zwei Himmelsobjekte als starke Quellen der kurzwelligen Radiostrahlung mit einem 5-Meter-Spiegel aufzunehmen und zu identifizieren. Die Quel­le ist ein Gasmassen-Nebel, der sich ... in außerordentlich star­ker Bewegung befindet. Eine zweite Quelle gehört einem außerhalb unseres Milchstraßensystems liegenden Spiralnebelhaufen an. Baade ­vermutet, daß hier zwei Spiralnebel … mit einer Relativgeschwindigkeit von mindestens 1000 Kilometer in der Sekunde zusammengestoßen sind – eine kosmische Katastrophe, die sich wahrscheinlich vor 200 Millionen Jahren abgespielt hat. (Orion, 8. Jg., Nr. 11/12, 1953, S. 499)

Einstein veröffentlicht Gravitationstheorie

Prof. Albert Einstein hat neue Hypothesen zur Relativitätstheorie veröffentlicht. ... Er hält es für möglich, "daß sie eventuell die Grundgesetze des Kosmos des letzten geheimnisvollen Schleiers entkleiden". … In diesem Anhang zu seinem Werk erweitert und revidiert der Wissenschaftler eine "Vereinheitlichte Feldtheorie". Er geht davon aus, daß das Schwerkraftfeld und das elektromagnetische Feld zwei Erscheinungsformen einer eigentlich einheitlichen kosmischen Ganzheit seien. Er hat nun neue Gleichungen zur Erläuterung der Beziehungen zwischen diesen Feldern gefunden. (Universitas, 8. Jg., Heft 6, 1953, S. 658)

Mit neun PS auf drei Rädern

Schon auf dem "Motor-Roller" kann man – wie es so schön heißt – "im Frack oder im Abendkleid" zu einer Gesellschaft fahren, ohne befürchten zu müssen, beschmutzt einzutreffen. Vorausgesetzt natürlich: gutes Wetter. Das Maicomobil stellt eine ähnliche Lösung dar, … wird für weniger kräftige Personen infolge des Gewichts gelegentlich doch so unhandlich, daß die Benutzung in Frage gestellt wird. Von dieser Erwägung ausgehend, wurde der Fend-Kabinenroller entwickelt, der zudem noch den Vorteil hat, durch den Aufbau völlig witterungsgeschützt zu sein. … Die Höchst- und Dauergeschwindigkeit wird mit 75 km/h angegeben, der Kraftstoffnormverbrauch beträgt 2,3 l auf 100 km. (Orion, 8. Jg., Nr. 11/12, 1953, S. 503)

1903

Schutzkleidung gegen Hochspannung

Die Gefahren der Hochspannungsleitung für das Publikum sind dank den Fortschritten der Technik als beseitigt zu betrachten, nicht so jedoch für die Bedienungsmannschaft. … Artemieff hat nun einen Weg des Schutzes eingeschlagen: Er umgiebt den Körper mit einem Anzug aus Drahtgeflecht, also einem leitenden Ueberzug, der völlige Bewegungsfreiheit gestattet. … Bei nicht allzuhoher Spannung (bis 100000 V.) kann das Gesicht sogar frei bleiben, ohne dass eine Wirkung in demselben zu verspüren ist. … Die Experimente, die Artemieff an sich bei einer Spannung von 150000 V. ausgeführt hat, dokumentieren die vorzügliche Sicherheit, welche sein Drahtanzug gewährt. (Naturwissenschaftliche Wochenschrift, Nr. 39, 1903, S. 466)

Eine "Laufmaschine" zum Fahren

Auf Urtypen des Fahrrads hat neuerdings ein Franzose zurückgegriffen und die hier abgebildete Maschine in zwei Variationen konstruiert. … Das Fahrzeug besteht aus einem großen durch eine Achse miteinander verbundenen Räderpaar, wobei die Achse in den Naben beweglich angeordnet ist. … In den Antriebspausen kann der Fahrer sich lediglich nur durch Auflehnen mit dem Unterleibe auf die Achse über Boden halten. … Dies mochte auch die Veranlassung gewesen sein, daß der "Erfinder" eine zweite Type mit Kurbelachse konstruierte. Bei dieser Maschine kann sich der Fahrer … mit geschlossenen Beinen auf die Ausbiegung der Kurbelachse stellen. Steuern läßt sich das Vehikel natürlich nicht. (Der Stein der Weisen, Bd. 29, 1903, S. 364)

Tunnel von Gibraltar

Ein Unterseetunnel durch die Meerenge von Gibraltar zur Verbindung von Spanien und Marokko wird nach den Plänen des französischen Ingenieurs Jean Berlier geplant. Die Kosten des 41 km langen … Tunnels sind auf nur 153 Millionen Fr. veranschlagt. … Die Meerestiefe erreicht nur 396 m grösste Tiefe, sodass dieser Uebergang, abgesehen von den politischen Erwägungen, trotz der grössern Länge vorteilhafter erscheint als die nur 14 km breite Stelle zwischen Gibraltar und Kap Cires. … Berlier … nimmt als Bauzeit 7 Jahre an. (Schweizerische Bauzeitung, Bd. XLI, Nr. 23, 1903, S. 264)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 6 / 2003, Seite 63
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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