Direkt zum Inhalt

Im Rückblick



1953

Schwanzloses Segelflugzeug

In Frankreich hat man eine alte Idee des Flugzeugbaues wieder aufgenommen. Der Konstrukteur Charles Fauvel entwickelte mit Unterstützung des Luftsportverbandes ein schwanzloses Segelflugzeug (Typ AV 36). Bereits bei den ersten Flugversuchen konnte mit dem neuen Modell-Flugzeug unter schwierigen Wetterverhältnissen eine Strecke von 460 km bei einer Druchschnittsgeschwindigkeit von 71 km/h zurückgelegt werden. Auch im Kunstflug, z. B. im Rückenflug und im Drehen von Loopings bestätigten sich die guten Flugeigenschaften der AV 36. (Die Umschau, 53. Jg., Heft 15, 1953, S. 464)

Saturn größer als bisher angenommen

Auf Grund von Beobachtungen der Jahre 1884 – 1948 über Störungen, die der Planet Saturn auf den Lauf des Jupiter ausübte, kam Dr. Hans G. Hertz vom US-Naval-Observatory zu dem Schluß, daß die Saturnmasse 1/3498 der Sonnenmasse betragen muß und somit etwas größer ist, als man bisher vermutete (1/3501Sonnenmasse). Entsprechend weist Saturn die 95,33fache Erdmasse auf. (Kosmos, 49. Jg, Heft 8, 1953, S. 383)

Jagd auf radioaktive Stubenfliegen

Neuerdings erforscht man besonders die Ausbreitung der Stubenfliege in bewohnten Gebieten, um sie wirksamer als bisher bekämpfen zu können. Dazu benutzten Schoof, Siverly und Jensen in der Stadt Phoenix, Arizona, mit radioaktivem Phosphor *P 32 gefütterte Stubenfliegen. In der Abenddämmerung wurden nach 12- bis 23stündiger Fütterung 87000 Fliegen freigelassen, die alle am gleichen Ort gefangen waren, an dem sie nun aufgelassen wurden. Nach 72 Stunden waren einige schon über acht Kilometer weit geflogen, doch erfolgten 81 bis 88 Prozent der insgesamt etwa 500 Wiederfänge -wobei man die Versuchstiere mit einem Geigerrohr erkannte! – innerhalb von rund anderthalb Kilometer vom Auflassungsort. Sie häuften sich da, wo günstige Lebensbedingungen herrschten; diese müssen also beseitigt werden, wenn man eine Schranke zwischen einer viele Fliegen erzeugenden Stelle und einer anderthalb bis drei Kilometer entfernt liegenden Siedlung errichten will. (Orion, 8. Jg., Nr. 15/16, 1953, S. 666)

1903

Lebende Lampen aus Bakterienkolonien

Lebende Lampen hat ... H. Molisch aus Bakterienkolonien des sogenannten Micococcus phosphoreus hergestellt. Da sowohl die Einzelbakterien, wie in verstärktem Maasse die Kolonien, ein tiefblaues Licht aussenden, so sind sie trotz der geringen Wirkung auf das Auge von verhältnismässig hoher photographischer Kraft. Eine Kolonie konnte schon nach fünf Minuten in ihrem Lichte photographiert werden. ... Molisch giebt an, dass sich seine Lampen zwei bis drei Wochen gehalten haben, dass er bei ihrem Lichte die Taschenuhr und das Thermometer erkennen konnte. (Der Mechaniker, 11. Jg., Nr. 15, 1903, S. 176)

Regeneration der radioaktiven Fähigkeit des Urans

Becquerel hat beobachtet, daß, wenn man Uran gewissen chemischen Prozessen unterwirft, sein Strahlungsvermögen geschwächt wird. Gleichzeitig aber hat Becquerel gefunden, daß sich nach und nach die Radioaktivität in der früheren Stärke wieder herstellt. ... Becquerel glaubt, daß es sich um eine Emanation kleiner Teilchen handelt ... Die einen sind außerordentlich klein, mit großer Geschwindigkeit begabt und vermögen andere Körper zu durchdringen. Die anderen Teilchen ähneln den Gasmolekeln; sie werden von den Gefäßwänden zurückgehalten. (Der Stein der Weisen, Bd. 29, 1903, S. 250)

Petroleumglühlampe

Die von der Société Auer konstruierte und ... unter dem Namen "L’Etincelante" in den Handel gebrachte Petroleumglühlampe für Projektionszwecke besteht aus einem Petroleum enthaltenden Gefäss D und einem zweiten Behälter C, der vermittels einer Fahrradluftpumpe mit komprimierter Luft gefüllt wird. Diese Luft dehnt sich ... aus, drückt auf die Oberfläche des Petroleums und bringt dasselbe … zum Ausströmen, bis es in den vor dem Apparat angebrachten Brenner kommt. Der in den heissen Teilen des Brenners gebildete Petroleumdampf mischt sich mit Luft, verbrennt auf einem Rost und bringt einen Glühstrumpf zum Glühen. ... Zu den Vorteilen der Lampe gehört zunächst ihre bedeutende Lichtstärke, 8 bis 10 Carcels; Dochtlampen haben höchstens 2 Carcels. (Der Mechaniker, 11. Jg., Nr. 16, 1903, S.188)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 8 / 2003, Seite 83
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.