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Im Rückblick



1953

Piccards Tauchversuche

Am 30. September hat Professor Piccard mit seinem neuen Tauchgerät "Trieste" den bisher bestehenden Tiefenrekord (2100 m) gebrochen und im Mittelmeer westlich von Neapel eine Meerestiefe von 3150 m erreicht. ... Da der Druck im Meer auf je etwa 10 m Tiefe um 1 at zunimmt, beträgt er in dieser Tiefe mehr als 300 at ... Sollten die Tauchversuche ... schließlich bis auf 10000 m Meerestiefe führen, so würde dort gar ein Druck von 1000 at herrschen. Gelegentlich hört man die Ansicht, daß infolge dieser ungeheuren Drucke die Stahlkugel gar nicht mehr weiter sinken könne. Das ist aber nicht richtig; denn ... der Auftrieb der Kugel im Meerwasser ist in 10000 m Tiefe praktisch derselbe wie unmittelbar unter der Oberfläche. (Kosmos, 49. Jg., Heft 12, 1953)

Ist Kaugummi gesund?

Ein gummikauender Mensch bietet nicht gerade einen ästhetischen Anblick, und vollends unerfreulich ist die Sitte, die ausgekauten Gummireste unter die Sitzflächen von Stühlen, unter Tischkanten usw. zu kleben ... Es ist daher von hohem Interesse, daß jetzt von ebenso neutraler wie berufener Seite die Frage nach der Nützlichkeit oder Schädlichkeit des Gummikauens eingehend untersucht wurde. ... Nach Prof. Korkhaus’ Untersuchungen führt das Gummikauen zunächst zu einer beträchtlichen Steigerung der Speichelsekretion ... Gleichzeitig erfährt aber auch der Chemismus des Speichels eine Änderung im Sinne der Pufferung. ... Prof. Korkhaus kommt daher zu dem Schluß, daß ... durch das Gummikauen nach 15-25 Minuten eine restlose Säuberung der Zähne und des Zahnfleisches bewirkt wird. (Kosmos, 49. Jg., Heft 12, 1953)

Leuchtender Handschuh für Motorradfahrer

Wintermonate erfordern wegen der langen Dunkelperioden an Straßenkreuzungen ein besonders sorgfältiges Abwinken im Verkehr. ... Ein heller Kopf ist nun auf den Gedanken gekommen, für diesen Fall Handschuhe mit einschließlich Mikro-Batterie eingebauten kleinen Abwink-lampen zu verwenden. ... Der Stromschluß erfolgt über einen zwischen Ringfinger und Daumen liegenden kleinen Schalter, der im einfachsten Falle nur aus zwei Kontaktstreifen zu bestehen braucht. Der ... Leuchthandwinker hat gegenüber anderen Vorschlägen den Vorteil, daß das Zeichen nach hinten von dem Fahrer nicht verdeckt wird. (Orion, 8. Jg., Nr. 23/24, 1953, S. 1008)

1903

Der erste Staubsaugerapparat

Da taucht nun zur rechten Zeit eine Erfindung auf, die wie mit einem Schlag alle die Schwierigkeiten, die sich einer rationellen Staubentfernung in den Weg stellen, wegräumt ... Der Apparat besteht aus einer durch Motorbetrieb bewegten Luftpumpe, Filter sowie einer nach Belieben zu vergrössernden Anzahl drahtdurchzogener Gummischläuche, an deren Ende auswechselbar die metallenen Saugmundstücke angebracht sind. Sobald die Pumpe in Betrieb gesetzt wird, äussert sich begreiflicherweise eine sehr starke Saugwirkung im flachen Mundstück ... ; durch einfaches Hin- und Herbewegen des letzteren über den zu reinigenden Gegenstand wird der ... Staub aufgesaugt. (Die Umschau, 7. Jg., Nr. 51, 1903, S. 1004)

Telegraphie des Hirns

Der amerikanische Elektriker Frederick Collins hat gezeigt, daß elektrische Wellen von hoher Frequenz ... auf tierische und menschliche Gehirne vor und nach dem Tode einwirken. ... Collins ist der Meinung, daß die elektrischen Wellen, indem sie die Neuronen ... einander nähern oder voneinander entfernen, den vom Gehirn ausgehenden Nervenstrom schließen oder unterbrechen und in solcher Weise zu Öffnungs- und Schließungsextraströmen Veranlassung geben. ... Collins’ Experimente lassen es als durchaus nicht unwahrscheinlich erscheinen, daß zwischen Gehirn und Gehirn eine Gedankenübertragung ganz nach Art der Telegraphie ohne Draht stattfinden kann, indem das eine Gehirn Nervenwellen erzeugt, für welche das andere Gehirn als Empfänger dient. (Der Stein der Weisen, Bd. 29, 1903, S. 396)

Schnelle Berichterstattung

Mit den Schnellbahnen wetteifern die Zeitungsverleger im Schnelldruck und eine großartige Leistung ist neulich der Londoner Daily Mail gelungen. Die letzte Birminghamer Rede Chamberlains wurde dem Blatte durch das Elektrophon wörtlich übermittelt. Die Rede war um 10 Uhr 20 Minuten in London fertig aufgenommen und um 10 Uhr 32 Minuten fertig gedruckt. (Journal für Buchdruckerkunst, 70. Jg., Nr. 44, S. 44, 1903)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003, Seite 84
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
12 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003

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