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Neurologie: Multiple Sklerose in der Grauzone

Bei der multiplen Sklerose schädigen Immunzellen die Nervenverbindungen in der weißen Hirnsubstanz. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Auch die Zellkörper der Neurone in der grauen Substanz werden attackiert.
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Multiple Sklerose (MS) ist eine genetisch bedingte Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Nervenzellen des Gehirns angreift. Die Krankheit wird normalerweise im Frühstadium diagnostiziert. Bei der schubförmig remittierenden Verlaufsform durchleiden die Patienten Phasen mit Symptomen wie Seh- und Gleichgewichtsstörungen oder Lähmungen, die dann wieder nachlassen. Dieses Krankheitsbild lässt sich mittels Tiermodellen gut erforschen. Dagegen wissen die Mediziner über die Faktoren, die den Krankheitsverlauf der fortgeschrittenen progredienten Form bestimmen – bei denen sich die körperlichen Behinderungen schleichend verschlimmern – noch recht wenig. Dabei wären Einblicke in dieses Spätstadium der Erkrankung nötig, um die grundlegenden Ursachen besser behandeln zu können.

Als sicher belegt gilt, dass T-Zellen und Makrophagen die Entzündungs­reaktionen der schubförmig remittierenden MS auslösen. Diese Immun­zellen schädigen die weiße Substanz des Gehirns, in der die Nervenfasern der Neurone, die Axone, liegen. Ihr Angriff richtet sich gegen Myelin, einer Mischung aus Lipiden und Proteinen, welche die Nervenfasern in der weißen Substanz umhüllt und damit isoliert und schützt.

Die allmählich zunehmenden Zerstörungen in der sich oft anschließenden progredienten Phase finden dagegen vor allem in der grauen Hirnsubstanz statt, in der die Zellkörper der Neurone mit den Zellkernen liegen …

September 2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2019

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  • Quellen

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