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Medizin: Implantat aus Schweineblasen lässt Muskeln wieder wachsen

Mediziner um Brian Sicari von der University of Pittsburgh (USA) haben erfolgreich ein neues Implantationsverfahren getestet. Sie setzten Patienten, die viel Muskelmasse verloren hatten, Bestandteile von Schweineblasen an den entsprechenden Körperstellen ein. Bei entsprechendem Begleittraining führte dies dazu, dass drei von fünf Betroffenen die entsprechenden Gliedmaßen bald merklich besser und kraftvoller bewegen konnten.

Die neue Methode folgt einem aktuellen Trend in der Transplantationsforschung. Statt ganzer Organe wollen Mediziner künftig nur noch deren außerzelluläres Gerüst, die "extrazelluläre Matrix", verpflanzen. Sie lässt sich etwa aus den Organen von Schweinen gewinnen. Stammzellen des Patienten sollen dann dazu angeregt werden, die Matrix zu besiedeln und sich dort zu den gewünschten Zellarten auszudifferenzieren.

Die Forscher um Sicari wuschen aus Schweineblasen sämtliche Zellen heraus, so dass nur das Organgerüst übrig blieb. Teile davon setzten sie in beschädigtes Muskelgewebe von fünf Verletzungsopfern ein. Die Betroffenen hatten an verschiedenen Körperstellen jeweils zwischen 60 und 90 Prozent der Muskelmasse verloren. Bei allen lag der Verletzungszeitpunkt bereits Monate zurück.

Es folgten mehrere Monate Physiotherapie, um die so behandelten Muskeln zu beanspruchen – eine wichtige Maßnahme beim Wiederaufbau des Gewebes, meinen die Forscher, denn andernfalls könnten unerwünschte Zellen in das verpflanzte Organgerüst einwandern. Am Ende hatten sich Kraft und Einsatzfähigkeit der betroffenen Muskeln bei drei Patienten erheblich verbessert. Bei zwei Teilnehmern blieb der Erfolg aus, wohl wegen chronischer Durchblutungsstörungen auf Grund der Verletzung. Weitere Tests sind nötig, um das Potenzial der Methode genauer auszuloten.

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