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Internetsexsucht: In der Ferne - so nah

Das World Wide Web ist die größte Sex-Börse der Welt. Erotische Stimulation gibt es hier rund um die Uhr, anonym und frei Haus. Psychologen warnen: Suchtgefahr droht!
Der 19jährige Oliver kommt in die Sprechstunde. Auf die Frage, was ihn herführt, antwortet er: "Ich will keine Pornos im Internet mehr ansehen. Ich hab keinen Bock mehr darauf – aber ich komm einfach nicht davon los." Seit kurzer Zeit habe er eine Freundin, die er liebe: "Wenn sie herausbekommt, was ich abends am Rechner mache, ist es vorbei." Dieser ganze "Sex-Kram" nerve ihn nur noch. Mit Spaß habe das nichts mehr zu tun.
Oliver ist süchtig nach Online-Sex. Mit diesem Problem steht er nicht allein da. Die Zahl der Betroffenen steigt von Jahr zu Jahr. Psychiater und Psychotherapeuten berichten immer häufiger von Menschen, die sich im virtuellen Raum der unbegrenzten Sex-Angebote verlieren ...
Oktober 2008

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Oktober 2008

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Literaturtipps

Briken, P. et al.: Sexualstörungen - Störungen der Sexualpräferenz, Paraphilien. In: Förstl, H. et al.(Hg.): Neurobiologie psychischer Störungen. Springer, Berlin, Heidelberg, S. 828-848, 2006.

Briken, P. et al.: Diagnosis and Treatment of Sexual Addiction: A Survey among German Sex Therapists. In: Sexual Addiction & Compulsivity 14(2), S. 131-143, 2007.

Carnes, P.: Out of the Shadows. Understanding Sexual Addiction. Hazelden, Minnesota 2001.

Eichenberg, C.: Klinische Psychologie und Internet. Potenziale für klinische Praxis, Intervention, Psychotherapie und Forschung. Hogrefe, Göttingen 2003.

Manning, J. C.: The Impact of Internet Pornography on Marriage and the Family: A Review of the Research. In: Sexual Addiction & Compulsivity 13(2&3), S. 131-165, 2006.

Roth, K.: Sexsucht. Krankheit und Trauma im Verborgenen. Ch. Links, Berlin 2007.