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Wissenschaftsgeschichte: In Vielfalt vereint

Die »Wissenschaft vom Erleben und Verhalten« hat in den vergangenen 150 Jahren nicht nur unser Menschenbild entscheidend mitgeprägt. Auch sie selbst wurde immer wieder neu erfunden. Der Blick zurück zeigt: Die eine Psychologie hat es nie gegeben.
Wer nach dem Zweiten Weltkrieg in der jungen Bundesrepublik Psychologie studierte, hörte von seinen akademischen Lehrern unisono, das Fach habe unter dem Nationalsozialismus einen rapiden Niedergang erlebt. Schließlich waren viele bedeutende Vertreter in die Emigration getrieben, die Psychoanalyse gleich ganz verboten worden. Tatsächlich hat das Niveau der psychologischen Theorie und Forschung im Hitler-Deutschland stark gelitten. Ideologisch verbrämt sollte das Fach nach Auffassung einiger Professoren seinen Teil dazu beitragen, das nazistische Menschenbild und den Rassengedanken zu festigen. Doch als akademische Disziplin und als Profession haben die Nazis die Psychologie sogar gestärkt ...

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Literaturtipps

Lück, H. E.: Geschichte der Psychologie. Strömungen, Schulen, Entwicklungen. 3. überarb. Auflage. Stuttgart: Kohlhammer 2002.

Lück, H. E., Miller, R. (Hg.): Illustrierte Geschichte der Psychologie. 4. Auflage. Weinheim: Beltz 2005.

Sewz, G.: Zum Selbstverständnis der Psychologie als Wissenschaft. Eine wissenschaftstheoretische Analyse des Objektivitätsbegriffs. Frankfurt/M.: Lang 2004.

Walach, H.: Psychologie. Wissenschaftstheorie, philosophische Grundlagen und Geschichte. Stuttgart: Kohlhammer 2005.