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Serie Praktische Psychologie: Auf der Suche nach dem perfekten System

Wie sollten technische Geräte gestaltet sein, damit wir sie mühelos verstehen und es uns Spaß macht, sie zu benutzen? Das erforschen Ingenieurpsychologen.
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Es ist schon erstaunlich, welche Emotionen Geräte auslösen können. Egal ob Smartphone, Navi oder Tablet: Technik kann uns begeistern und so bewirken, dass wir sehr viel Geld für sie ausgeben. Sie kann aber auch verwirren, nerven oder uns zur Weißglut treiben. Welcher Fall eintritt, hängt maßgeblich davon ab, ob ein System unsere Bedürfnisse befriedigt oder enttäuscht.

Einer der Ersten, der sich mit den Bedürfnissen der Nutzer auseinandersetzte, war der Designer und Ergonom Patrick W. Jordan. In Anlehnung an die in den 1940er und 1950er Jahren entwickelte "Bedürfnispyramide" von Abraham Maslow schlug Jordan im Jahr 2000 vor, der Umgang mit einem technischen System müsse in erster Linie dazu dienen, die Wünsche seiner Anwender zu erfüllen. Sein auf Konsumenten gemünztes Modell sieht drei Stufen vor: An erster Stelle steht die Funktionalität. Nur wenn es möglich ist, mit dem Produkt bestimmte Aufgaben zu bewältigen, und wenn die dafür nötigen Funktionen vorhanden und fehlerfrei sind, hat es überhaupt einen Nutzen. Ist dieFunktionalität gewährleistet, folgt auf der zweiten Stufe die "usability", auf Deutsch: Benutzerfreundlichkeit. Es genügt zum Beispiel nicht, dass ein Smartphone einen bestimmten Zweck erfüllt, etwa Videos aufzunehmen, sondern dieser muss vom Konsumenten auch leicht gefunden, verstanden und richtig verwendet werden können. An der Spitze des Modells steht das Vergnügen (englisch: pleasure). Dazu zählen Freude an der ästhetischen Gestaltung, der Reiz des Neuen und der Stolz, ein exquisites Gerät zu besitzen. ...

10/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 10/2016

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