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Selbstbild

Innenansichten der Psyche

Es erscheint uns stabil und klar - doch Forscher sehen in ihm ein sich ständig wandelndes Mosaik des Geistes: das Ich. Warum klaffen persönliches Erleben und Wissenschaft so weit auseinander? Weil Experimente zeigen: Viele Prozesse, die unser Selbstbild formen, bleiben unter der Oberfläche des Bewusstseins und sind leicht manipulierbar.
Fenster zum Ich
Manchmal muss die Welt stehen bleiben, damit wir zu uns selbst finden. So erging es einem jungen Franzosen in einem Dorf in Süddeutschland, wo ihn ein heftiger Wintereinbruch wochenlang festhielt. In seiner Unterkunft, umgeben von Schnee und Eis, begann er, die Quellen des menschlichen Wissens zu erforschen - eine Beschäftigung, die ihn Jahre später zu dem berühmten Satz "Cogito ergo sum" führte. Ich denke, also bin ich.
Der junge Mann war kein anderer als der Mathematikerund Philosoph René Descartes (1596-1650), der Ende 1619 in Neuburg an der Donau festsaß. Das unfreiwillige Exil mag seinen Schluss gefördert haben, dass nichts sicher sei außer der Existenz des eigenen Denkens. Damit hatte Descartes, wie der Autor Richard David Precht schreibt, "das Ich ins Zentrum der Philosophie gerückt".
Den Optimismus des französischen Rationalisten hinsichtlich unserer Fähigkeit, uns selbst zu durchschauen, teilen Psychologen und Hirnforscher heute allerdings nicht mehr …
Juli/August 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Juli/August 2010

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  • Quellen
Literaturtipp

Precht, R. D.: Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Goldmann, München 2007.
Spannende Einführung in die Erforschung des Ichs


Quellen

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Wilson, T. D., Bar-Anan, Y.: The Unseen Mind. In: Science 321(5892), S. 1046-1047, 2008.

Wilson, T. D., Dunn, E.: Selfknowledge: Its Limits, Value, and Potential for Improvement. In: Annual Review of Psychology 17, S. 1-17, 2004.