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Verhaltensforschung: Intelligenzbestien

Die Parallelen verblüffen: Trotz unterschiedlicher evolutionärer Wurzeln zeigen Delfine und Menschenaffen ähnlich kluges Verhalten – bis hin zu strategischen Koalitionen und Täuschungsmanövern.
Intelligenzbestien
Bis die Sonne morgens im Gombe-Nationalpark in Tansania über den Bergkamm steigt, dauert es seine Zeit. Noch schlaftrunken regt sich nun im Wald eine Gruppe Schimpansen. Ein Affe nach dem anderen rappelt sich langsam auf, setzt sich still auf den Ast, auf dem er am Abend vorher sein Nest gebaut hat, und pinkelt hinab. Bald klettern die Tiere lautlos nach unten, nur um zunächst bewegungslos zusammenzuhocken gleich ein paar Felsbrocken.

Dann, wie auf Kommando, erhebt sich ein älteres Männchen und geht weg, ungefähr Richtung Norden. Einige andere Männchen folgen ihm, zwei nehmen jedoch Kurs gen Westen, zum See. Und ein Weibchen macht sich allein mit seinem Kind nach Süden auf. Nicht lange, und die meisten Tiere sind irgendwohin unterwegs zu ihren diversen Tagesunternehmungen. Nur ein paar junge Männchen bleiben noch sitzen. Später werden sie den Hang im Osten hinaufsteigen. Die Schlafgemeinschaft aus 26 Schimpansen hat sich in mindestens fünf unterschiedlich große Gruppen aufgeteilt.

Auf der anderen Seite der Erde, vor der Küste von Yukatan, Mexiko, schwimmt frühmorgens – genau zur gewohnten Zeit – eine Gruppe Delfine an dem alten Landungssteg eines Fischers vorbei. Es sind Große Tümmler. Als Erstes taucht das stattliche Männchen Gordo aus dem Dunst auf, erkennbar an einer tiefen Kerbe in der Rückenfinne. Langsam schwimmt es nach Westen die Küste entlang. Gut 100 Meter dahinter folgen die anderen. Insgesamt sind es 14 Delfine, darunter ein Weibchen mit Kalb...

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