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Polarforschung: Invasion der Drohnen

Zur Erkundung der unwirtlichen Polargebiete setzen Wissenschaftler zunehmend unbemannte Flugzeuge ein.
DrohneLaden...
Eine multinationale Armada von robotischen Fluggeräten erobert heimlich, still und leise die irdischen Polarregionen. Einige werden per Katapult von Schiffen aus abgeschossen, andere heben von fahrenden Lastwagen ab, und manche starten auch auf altmodische Weise von vereisten Landepisten. Ihre Palette reicht von simplen ferngesteuerten Propellermaschinen, wie man sie in Spielwarenläden findet, bis zu hoch entwickelten Düsenjets. Alle tragen sie eine spezielle Ausrüstung – nicht etwa Waffen, sondern wissenschaftliche Instrumente. Dazu gehören Radargeräte oder deren Laser-Gegenstücke namens Lidar sowie Infrarotsensoren, Apparate für chemische Luftanalysen und Kameras.

Unbemannte Drohnen machten letzthin Schlagzeilen in den Bergen Afghanistans, doch ihr Potenzial hat sich auch unter Wissenschaftlern herumgesprochen, die nach relativ preiswerten, ungefährlichen Wegen zur Erkundung der lebensfeindlichen Eiswüsten an den Polkappen unseres Planeten suchen. Immer mehr Polarforscher gehen dazu über, "unbemannte Aerosysteme" (UAS) für eine Vielzahl von Aufgaben einzusetzen – vom Überwachen der Ozonschicht bis zum Zählen von Seehundpopulationen.

Dank geringer Kosten und technischer Fortschritte haben sich solche Fluggeräte in den polaren Lufträumen "in jüngster Zeit geradezu explosionsartig vermehrt", berichtet die Umweltforscherin Elizabeth Weatherhead von der University of Colarado in Boulder. Letztes Jahr zählte sie auf einer einzigen norwegischen Insel mindestens sechs unabhängige Forscherteams, die damit operierten. Ihre eigene Gruppe hat eine umgerüstete Aufklärungsdrohne bei zwei verschiedenen Grönlandmissionen benutzt. Im einen Fall zählte das Team Populationen von Hundsrobben; im anderen kartierte es Schmelzwassertümpel, um herauszufinden, "warum die Ränder des grönländischen Eisschilds so schnell abschmelzen", wie Weatherhead erläutert. Mit ihrem kleinen UAS konnte sie in wenigen Tagen zwei solche Wasserflächen vermessen. "Zu Fuß hätten wir Wochen für einen einzigen See gebraucht", erzählt sie...
Mai 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Mai 2010

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