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Neurophysiologie: Ionenkanäle fördern Vergesslichkeit



Im Alter wird der Mensch vergesslich – aber warum eigentlich? Forscher am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen sind dieser Frage bei Mäusen nachgegangen; denn auch deren Gedächtnis lässt mit den Jahren nach. Wenn man eine alte Maus zum Beispiel darauf trainiert, einen Warnton mit einem erst nach 15 Sekunden folgenden leichten Stromstoß zu verbinden, kann sie sich am nächsten Tag deutlich schlechter daran erinnern als eine junge Artgenossin. Solche assoziativen Lernleistungen erfordern bei Säugetieren die Beteiligung des Hippo-campus. In diesem Gehirnteil machten die Forscher um Joachim Spiess nun eine erstaunliche Entdeckung: Alte Mäuse haben dort mehr kalzium-aktivierte Kaliumkanäle als junge, was die Lernleistung mindert; der Grund dafür ist bisher nicht genau bekannt. Wurden diese so genannten SK3-Kanäle im Gehirn betagter Nager blockiert, waren die Tiere wieder genauso lernfähig wie ihre jungen Artgenossen. Nun hoffen die Forscher, den Kanal über Pharmaka selektiv regulieren zu können. Das böte einen viel versprechenden neuen Ansatz, der Altersvergesslichkeit zu begegnen. (Nature Neuroscience, im Druck)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 10 / 2003, Seite 12
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
10 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 10 / 2003

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