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Medizin: Ist Trisomie 21 eine Immunstörung

Neue Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit Down-Syndrom deutlich veränderte Proteinspiegel im Blut haben. Betroffen sind vor allem Eiweiße, die Schlüsselfunktionen in der Körperabwehr ausüben.
Trisomie 21

Menschen mit Down-Syndrom besitzen infolge einer Genommutation das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach statt zweifach. Daher bezeichnet man das Syndrom auch als "Trisomie 21". Es ist die häufigste Chromosomenanomalie beim Menschen; etwa eines von 700 Neugeborenen kommt damit auf die Welt. Die Betroffenen leiden oft unter organischen Schäden; ihre kognitiven Fähigkeiten sind in der Regel eingeschränkt.

Seit Jahren ist bekannt, dass sich Down-Patienten hinsichtlich ihrer Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten klar von anderen Menschen unterscheiden. Sie neigen stärker zu Autoimmunerkrankungen und sind deshalb überdurchschnittlich oft von Diabetes Typ 1, entzündlichen Gelenkserkrankungen, Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder einer chronischen Entzündung der Schilddrüse betroffen. Auch Krebserkrankungen des Blut bildenden oder des lymphatischen Systems treten bei ihnen gehäuft auf. Andererseits leiden sie deutlich seltener unter soliden Tumoren – also solchen, die an einem festen Ort im Körper sitzen. Lungen-, Brust-, Haut- und Gebärmutterhalskrebs kommen bei Menschen mit Down-Syndrom weniger häufig vor als in der Allgemeinbevölkerung …

Mai 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Mai 2018

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  • Quellen

Burke, K. L.: Down Syndrome, the Immune System Disorder. In: American Scientist 106, S. 11-12, 2018

Hasle, H. H. et al.: Low Risk of Solid Tumors in Persons with Down Syndrome. In: Genetics in Medicine 18, S. 1151-1157, 2016

Sullivan, K. D. et al.: Trisomy 21 Causes Changes in the Circulating Proteome Indicative of Chronic Autoinflammation. In: Scientific Reports 7, 14818, 2017