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Astronomie & Physik

Ist Zeit eine Illusion?

Unmittelbar erleben wir, wie die Dinge sich "im Lauf der Zeit" verändern. Dennoch postulieren Physiker neuerdings ein völlig statisches, zeitloses Universum.
Zeit
Während Sie diesen Satz lesen, haben Sie wahrscheinlich das Gefühl: Dieser Moment – gerade jetzt – ist das, was sich ereignet. Der gegenwärtige Augenblick fühlt sich besonders an. Er ist real. Auch wenn wir uns an die Vergangenheit erinnern oder in die Zukunft blicken, leben wir in der Gegenwart. Natürlich geschieht der Moment, in dem Sie jenen Satz lasen, nicht mehr. Jetzt ist dieser dran. Mit anderen Worten, die Zeit scheint zu fließen, indem die Gegenwart sich ständig erneuert. Wir haben den unabweisbaren Eindruck, dass die Zukunft offen ist, bis sie Gegenwart wird, und dass die Vergangenheit feststeht. Mit dem Fluss der Zeit treibt die Dreiheit aus fixierter Vergangenheit, unmittelbarer Gegenwart und offener Zukunft vorwärts. Diese Struktur ist in unserer Sprache, unserem Denken und Verhalten fest verankert. Von ihr hängt ab, wie wir unser Leben führen.

Doch so natürlich diese Denkweise anmutet, in der Naturwissenschaft spiegelt sie sich nicht wider. Die physikalischen Gleichungen sagen uns nicht, was sich gerade jetzt ereignet; sie sind wie eine Karte ohne die Markierung "Sie sind hier". In ihnen gibt es weder den gegenwärtigen Moment noch den Fluss der Zeit. Insbesondere besagen Albert Einsteins Relativitätstheorien nicht nur, dass keine speziell ausgezeichnete Gegenwart existiert, sondern auch, dass alle Momente gleich real sind. Im Grunde ist die Zukunft nicht offener als die Vergangenheit…
Oktober 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Oktober 2010

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