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Papyrologie: Jäger des verlorenen Wissens

Nur ein Prozent aller Schriften der Griechen, Römer und Ägypter soll die Zeiten überdauert haben. Bis heute suchen Forscher nach den Überresten der Bibliothek von Alexandria – und in Papyrusfragmenten nach Gedanken aus einer vergangenen Welt.
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Es war ein schwarzer Tag für Alexandria. Fetter Rauch quoll über den Hafen, Schreie und Kampfeslärm hingen über den Wassern, und der rote Hahn saß auf den Dächern der Stadt. Gaius Julius Cäsar war 47 v. Chr. von Rom an den Nil gekommen und hatte die Schiffe der Ptolemäer in Brand stecken lassen. Die Flammen fraßen sich durch die Ge­bäude am Hafen und zerstörten auch die Bib­liothek von Alexandria und mit ihr das gesammelte Wissen der antiken Welt.

Eine heiße Geschichte, die aber mit der Wirklichkeit nur wenig gemein hat. Heute vermuten Historiker, dass die fatale Feuersbrunst von 47 v. Chr. das Museion, so der Name der gigantischen Bildungsstätte am Nildelta, gar nicht erreichte. Zwar mögen tatsächlich Tausende von Schriftrollen im Hafen verbrannt sein, doch es kann sich nur um Texte gehandelt haben, die in einem Lagerhaus auf den Verkauf warteten – Wissensschätze waren ein Exportschlager im alten Ägypten …
05/09

Dieser Artikel ist enthalten in epoc 05/09

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