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Gedächtnis: Kiffen dreht dem Hirn den Saft ab

Cannabis beeinträchtigt das Gedächtnis. Daran ist möglicherweise auch die Wirkung der Droge auf die Mitochondrien spezieller Nervenzellen schuld, wie ein Team um Giovanni Marsicano von der Université de Bordeaux entdeckte.

In den Mitochondrien findet eine bestimmte Reaktion statt, durch die die Zelle mit Energie versorgt wird. Sie besitzen an ihrer Oberfläche aber auch Cannabinoid-Rezeptoren, an die die Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze andocken können. Passiert das im Hippocampus, wird die Energieproduktion in der Zelle unterdrückt – und die Neurone haben schlicht nicht genug Ressourcen, um ihre Funktion zu erfüllen, wie die Wissenschaftler bei einem Versuch an Mäusen beobachteten. Bei genetisch veränderten Tieren, die keine solchen Rezeptoren hatten, blieben die Gedächtnisprobleme nach dem Drogenkonsum dagegen aus.

Die Mitochondrien in Hirnzellen sind schon vor einer Weile stärker in den Blick von Forschern gerückt. So könnten Fehlfunktionen der Organellen verschiedenen Studien zufolge etwa auch eine Rolle bei Alterungsprozessen oder manchen neurodegenerativen Erkrankungen spielen. Welchen Einfluss sie allerdings auf ganz alltägliche Denkleistungen oder auf unser Gedächtnis haben, ist noch weitgehend unklar.

2/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 2/2017

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  • Quellen
Nature 539, S. 555–559, 2016