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Neuropädagogik : Jedes Gehirn lernt anders

Die Gehirne von Kindern unterscheiden sich in ihrem Aufbau stärker als erwartet. Künftig sollte der Schulunterricht stärker auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden.
Kinder heben ihre Hände

Ob Junge oder Mädchen egal welcher Herkunft oder Hautfarbe: Die Gehirne aller Menschen auf der ganzen Welt ähneln sich extrem. Mit den beiden Hemisphären, den sechs Lappen, seinen schätzungsweise knapp 100 Milliarden Neuronen und bis zu 100 Billionen Verknüpfungen (Synapsen) ist das Gehirn so etwas wie das gemeinsame Erbe der Menschheit.

Andererseits ist jedes Gehirn auch wieder einzigartig. Schon länger wissen wir um die individuelle Vernetzung der Nervenzellen. Im Lauf der kindlichen Entwicklung nimmt die Zahl der Synapsen zunächst rasant zu. Etwa ab dem zehnten Lebensjahr stabilisieren sich jedoch nur noch jene Verknüpfungspunke, die viel genutzt werden; die anderen verschwinden. Doch jedes Kind macht etwas andere Erfahrungen, zieht eigene Lehren aus dem, was es erlebt, und erwirbt vielleicht besondere Fertigkeiten wie das Spielen eines Musik­instruments. So lässt sich leicht nachvollziehen, warum die feinen Verbindungen zwischen den Neuronen zwangsläufig von Mensch zu Mensch variieren.

Unsere Denkorgane unterscheiden sich jedoch nicht bloß mikroskopisch, sondern bereits rein äußerlich, quasi in ihrer Topografie: Die Berge und Täler aus sich aufwölbenden Windungen – die Gyri – und die Furchen – die Sulci – verlaufen schon bei jedem Baby ein bisschen anders. Das individuelle Aussehen des Gehirns könnte man mit dem Gesicht vergleichen: Alle Menschen haben eine Stirn, zwei Augen, eine Nase und einen Mund. Aber im Detail offenbart doch jedes Antlitz seine Eigenheiten ...

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