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Phobie: Armer kleiner Albert

Wie man einem Kleinkind Ängste antrainiert, zeigte der ­Psychologe John B. Watson 1920 in einem umstrittenen Experiment. Es wurde zu einem Meilenstein des jungen Behaviorismus.
Zeichnung der berühmten Versuche John B. Watsons, bei denen ein Kind darauf konditioniert wurde, Angst vor Nagetieren zu haben.

Da ist er, der "kleine Albert", auf YouTube jederzeit in alten Filmaufnahmen zu sehen: Zuerst spielt er friedlich mit einer weißen Ratte, dann – Schnitt – überkommt ihn auf einmal beim bloßen Anblick der Tiers große Angst und er fängt an, kläglich zu weinen. Ein später berühmt gewordenes Foto zeigt Albert mit Pausbäckchen und in hübschen Kleidern, wie er ein Kaninchen streichelt, während eine Schattenhand hinter ihm bedrohlich einen Hammer hält.

"Albert B.", so das Pseudonym, das der US-amerikanische Psychologe John B. Watson (1878-1958) dem Jungen gab, war gerade neun Monate alt, als er zum ­unfreiwilligen Protagonisten eines der berühmtesten Experimente der Psychologie wurde. Für die einen ein Meilenstein in der Verhaltensforschung, für die anderen ein methodisch wie moralisch fragwürdiger Versuch, einem unschuldigen Kind Ängste einzuflößen, die es vermutlich nie wieder loswurde.

Watson und seine Assistentin Rosalie Rayner, die später seine zweite Ehefrau wurde, waren überzeugte Behavioristen …

© Jennifer Sieben
Little Albert Experiment
2/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 2/2018

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