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Klimawissenschaft: Chronisten der Erdgeschichte

Wie unermüdliche Datenschreiber zeichnen Bäume, kilometerdicke Eispanzer und Millionen Jahre alte Sedimente fortlaufend Informationen über die Umweltbedingungen auf der Erde auf. Sie zu lesen ist der Schlüssel, um das Klima der Vergangenheit und zu verstehen – und das der Zukunft.
Bereits bei der Challenger-Expedition (1872–1876) sammelten Forscher Kalkschalen von Foraminiferen. Die Organismen gehören zu den wichtigsten Klimaarchiven.

»Die heißeste Phase der vergangenen 2000 Jahre erfuhren mehr als 98 Prozent der Erde während des 20. Jahrhunderts.« Das berichteten internationale Forscher 2019 im Fachmagazin Nature. Der vom Menschen verursachte Klimawandel sei für diesen Zeitraum nicht nur hinsichtlich der absoluten Temperaturen beispiellos, sondern auch in seiner geografischen Ausdehnung.

Für die Zeit vor der industriellen Revolution konnten die Wissenschaftler keine Kalt- oder Warmperioden feststellen, die den kompletten Globus erfassten. Stattdessen erreichte die kälteste Phase des vorherigen Jahrtausends, die Kleine Eiszeit, in verschiedenen Erdteilen um einige hundert Jahre versetzt ihren Höhepunkt. Die natürlichen Triebkräfte des Klimas hätten seinerzeit nicht ausgereicht, weltweite und anhaltende Temperaturextreme zu verursachen, schlussfolgerte das Team um Raphael Neukom von der Universität Bern.

Woher aber wissen wir, wie heiß oder kalt es vor Hunderten von Jahren in Mitteleuropa oder Südamerika war? Wie können wir sagen, wieviel Meereis die Arktis bedeckte oder welche Regenmengen der Monsun dem indischen Subkontinent und Ostafrika bescherte? …

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