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ASTRONOMIE: Kometen als Lebensspender

Kometen tragen Aminosäuren und andere Vorstufen des Lebens mit sich, haben Forscher um Kathrin Altweg von der Universität Bern (Schweiz) bestätigt. Sie untersuchten Messdaten des Instruments Rosina, eines Massenspektrometers an Bord der Raumsonde Rosetta. Seit August 2014 umkreist Rosetta den Kometen Tschurjumov-Gerassimenko.

Laut den Ergebnissen enthält die Koma des Kometen (seine Nebelhülle) unter anderem die Aminosäure Glycin sowie die organischen Verbindungen Methyl- und Ethylamin, Schwefelwasserstoff und Blausäure. Auch Phosphor lässt sich nachweisen, ein Schlüsselelement in Lebewesen und wesentlicher Bestandteil des Erbmoleküls DNA. Die Aminosäure Glycin ist auf dem Kometenkern offenbar an Staubkörnchen gebunden. Da die Temperaturen dort sehr niedrig sind und Glycin erst bei etwa 150 Grad Celsius gasförmig wird, verflüchtigt es sich nicht. Erst wenn der Komet der Sonne nahekommt und sich die Staubpartikel in seiner Koma erwärmen, gast die Verbindung aus.

Glycin entsteht vermutlich in interstellaren Gas- und Staubwolken unter Einwirkung von UV-Strahlen. Mit dem Staub gelangt es dann in Kometen. Soweit bekannt, könne sich Glycin als einzige Aminosäure in Abwesenheit flüssigen Wassers bilden, schreiben die Autoren. Es erstaune deshalb nicht, dass die Kometenkoma offenbar keine anderen Aminosäuren enthalte.

Die Ergebnisse untermauern die These, Kometen hätten im jungen Sonnensystem präbiotische Moleküle zur Erde transportiert und so die Entstehung des Lebens beeinflusst.

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