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Neuroimplantate: Kommt die gesteuerte Persönlichkeit?

Ob Parkinson, Depression oder Zwangsneurose – Stimulationselektroden im Gehirn können zum letzten Ausweg werden. Schon prophezeien Visionäre die technische Aufrüstung des Gehirns schlechthin.
Wenn eine Frau ihrem Arzt erzählt, sie habe Lust, mal wieder Kegeln zu gehen, erscheint dies belanglos. Die Bemerkung kam jedoch von einer älteren Dame, die seit ihrem 21. Lebensjahr unter schweren Depressionen litt und seit Monaten wieder besonders schlimm betroffen war. Herkömmliche Therapien versagten. Den Spaß am Kegeln und anderen Aktivitäten hatte die 66Jährige schon lange verloren – als liege ein Mantel aus Blei über jedem Verhalten und Erleben. Nun machte sie obige überraschende Aussage: nach dem Einschalten zweier Elektroden in ihrem Gehirn.

Die Patientin gehört zu den ersten Teilnehmern einer Pilotstudie der Universitätskliniken Köln und Bonn, die ausloten soll, ob eine so genannte Tiefenhirnstimulation einer bestimmten Hirnregion schwerste, anderweitig nicht mehr linderbare Depressionen mildern kann. Feine Elektroden werden hierbei in einer Operation tief ins Gehirn bis zur Zielregion eingeführt, wo sie exakt justierbare elektrische Impulse an die Nervenzellen weiterleiten. Die Signale liefert ein Impulsgenerator, der im Bereich des Schlüsselbeins unter der Haut implantiert ist, ähnlich wie ein Herzschrittmacher.
September 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2007

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Für diesen Beitrag wurde Tanja Krämer von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech mit dem PUNKT 2008, dem "acatech-Preis für Technikjournalismus" ausgezeichnet.