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Fremde Länder: Korallen und Wüsten

Schönheiten des Roten Meeres
Aus dem Italienischen von C. T. M., Mailand. Jahr-Top-Special-Verlag, Hamburg 2002. 240 Seiten, € 49,80


Wer seinen Urlaub am Roten Meer verbringt, will dort in der Regel tauchen oder schnorcheln. Der vorliegende Bildband klärt uns darüber auf, dass die Gegend auch über dem Meeresspiegel Spektakuläres zu bieten hat – und zwar, dem Titel zum Trotz, nicht in erster Linie Wüsten.

Der erste, historische Teil des Buches beginnt mit der Expedition in das legendäre Land Punt unter dem weiblichen Pharao Hatschepsut, erzählt von Phöniziern, Römern und den modernen Europäern, ihren Handelsrouten und Kriegen. Wir sehen im Zeitraffer die Historie ablaufen, auf Wandmalereien, Münzen, Illustrationen alter Handschriften und Portulanen, den alten Seekarten, auf denen lange Zeit das Rote Meer tatsächlich rot eingezeichnet war. Das Kapitel endet mit der Rückgabe des Sinai an Ägypten 1973.

Der zweite Teil ist eine Schiffsreise entlang den Küsten der Anrainerländer, von der Ostküste Ägyptens, an deren Südzipfel man noch die letzten Dugongs – exotische Meeressäuger – beobachten kann, in sudanesische Gewässer zum haifischreichen Riff Angarosh, wo Jacques Yves Cousteau 1951 die erste seiner Expeditionen startete, vorbei an der verlassenen Inselstadt Suakin, der Insel Dahlak mit ihren Mangrovenhainen und der Küste Eritreas, dann zurück über das Bab el Mandab (die Meerenge zum Indischen Ozean), vorbei an Mokha, der jemenitischen Stadt, die dem Mokka seinen Namen gab, bis in den östlichen Zipfel des Roten Meeres, den Golf von Akaba. Die ganze Reise ist mit herrlichen Fotos untermalt – es wird nicht langweilig.

Dann endlich beschäftigt sich der dritte Teil mit der Unterwasserwelt des Roten Meeres, in absolut brillanten Aufnahmen, die auch den Wasserscheuen begeistern. Das letzte Kapitel bebildert das, wonach der fortgeschrittene Taucher sich sehnt: Schiffswracks!

Das Buch ist weder ein Tauchführer noch ein Reiseführer im üblichen Sinn, auch wenn Gianni Guadalupi hauptsächlich Reiseberichte verfasst und herausgibt und Giorgio Mesturini ein renommierter Unterwasserfotograf ist. Luft- und Unterwasseraufnahmen ergänzen sich zu einem Pracht-Bildband, bei dem sofort die klaren, satten Farben ins Auge springen. Wer andere Bildbände vom italienischen Verlag White Star kennt, der das Original herausgebracht hat, der weiß, wovon ich schwärme.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003, Seite 100
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
12 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003

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