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Welt der Wissenschaft: Koroljows geheimes Marsprojekt

Russland wollte schon im Jahre 1974 einen Menschen zum Roten Planeten schicken und entwickelte dafür die mächtige Trägerrakete N 1. Bislang galt diese als eine reine Mondrakete, die in Konkurrenz zur Saturn 5 der USA entwickelt wurde. Nun muss die Geschichte der bemannten sowjetischen Raumfahrt in Teilen umgeschrieben werden.
Der Mars beflügelt seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen. Denn als unmittelbarer Nachbar der Erde ließ er sich schon im 17. Jahrhundert mit den ersten Teleskopen gut beobachten. Dabei beschäftigte Fachleute wie Laien in erster Linie die Frage, ob es dort auch Leben gäbe wie auf der Erde. Denn der Mars ist der erdähnlichste Planet unseres Sonnensystems. Er besitzt wie die Erde eine feste Oberfläche, eine Atmosphäre, eine ähnliche Rotationsdauer, Jahreszeiten und – in welcher Form auch immer – Wasser, was primitive Lebensformen ermöglichen könnte. Zudem liegt der Rote Planet nur wenig außerhalb einer Zone, die von den Astronomen als »lebensfreundlich« eingeschätzt wird. Den Mars zu erforschen heißt somit auch, mehr über die Entstehung der Erde zu erfahren. Zudem scheint der Rote Planet der einzige Himmelskörper im Sonnensystem zu sein, der, wenn auch erst in einer fernen Zukunft, vom Menschen kolonisiert werden könnte.Vom Flug zum Mars träumten auch die Pioniere der Raketen- und Weltraumtechnik Russlands, angefangen bei Konstantin Ziolkowski (1857 – 1935), dem »Vater der russischen Raumfahrt«. Wäre es allein nach Sergej Koroljow (1907 – 1966) gegangen, könnte die Welt schon in diesem Jahr den 34. Jahrestag der Landung eines Menschen auf dem Roten Planeten feiern. Denn der legendäre Chefkonstrukteur und »Vater der modernen sowjetischen Raumfahrt«, der schon in den 1950er Jahren an Raketen gearbeitet hatte, die sowohl die USA als auch den Mars erreichten sollten, plante bereits für das Jahr 1974 einen bemannten Flug zu unserem Nachbarplaneten. Damit hätten die Sowjets ihre Spitzenposition in der Raumfahrt zurückerobert, die sie beim Wettlauf zum Mond an die Amerikaner verloren hatten. Das Projekt sei so geheim gewesen, dass selbst einige der Stellvertreter von Koroljow nicht eingeweiht worden seien, enthüllt jetzt Wladimir Bugrow in seinem Buch »Marsianski projekt S. P. Koroljowa«, das im Fonds zur Unterstützung der Luftfahrt »Russkije Witjasi«, Moskau 2007, erschienen ist.

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