Direkt zum Inhalt

Nervensystem: Künstliche Synapse feuert im Millisekundentakt

Forscher der Universität Linköping sind dabei, eine Art künstliche Synapse zu entwickeln. Ihre neuartige Pumpe kann auf ein elektrisches Signal hin chemische Botenstoffe ausschütten – und zwar binnen weniger Millisekunden.

Die Vorrichtung, die das Team um Amanda Jonsson und Theresia Arbring Sjöström Ende 2016 vorstellte, bewegt die chemischen Substanzen mit Hilfe einer elektrischen Spannung durch einen wenige hundert Nanometer dicken Polymerfilm. In ihrem Prototyp dauert es lediglich 0,05 Sekunden, bis die Substanz an die Oberfläche tritt. Das liege bereits in der Größenordnung natürlicher Synapsen, denen die Freisetzung in weniger als zehn Millisekunden gelingt. Die Wissenschaftler integrierten bislang sechs individuell steuerbare Austrittskanäle in das Gerät.

Mit ihrer künstlichen Synapse hoffen die Wissenschaftler, Nervenzellverbände künftig auf natürliche Art und Weise beeinflussen zu können. Bislang taugt sie eher für die Grundlagenforschung; langfristiges Ziel ist jedoch, das Gerät in den Körper zu implantieren. Dort könnte es eine Alternative zur sonst üblichen elektrischen Reizung mittels Elektroden darstellen, mit denen sich umliegende Neurone nur vergleichsweise unspezifisch aktivieren lassen.

2/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 2/2017

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen
Sci. Adv. 10.1126/sciadv.1601340, 2016