Direkt zum Inhalt

Kurzmeldungen


Fernstes Himmelsobjekt

Mit dem größten optischen Teleskop der Welt am Keck-Observatorium auf Hawaii entdeckten Lennox L. Cowie und Esther M. Hu von der Universität von Hawaii in Hilo sowie Richard G. McMahon von der Universität Cambridge (England) das fernste und damit zugleich älteste Himmelsobjekt, das jemals gesehen wurde. Es handelt sich um eine äußerst lichtschwache Galaxie, die bei einer Rotverschiebung von 5,64 einen Abstand von 12,3 Milliarden Lichtjahren zur Erde hat.


Mutterglück für „Dolly“

Das berühmte Schaf, das am Roslin- Institut in Edinburgh (Schottland) erstmals aus der Körperzelle eines erwachsenen Tieres geklont wurde, hat Nachwuchs bekommen: Am 13. April warf es ein gesundes Lamm namens „Bonnie“. Das Mutterglück von „Dolly“ beweist, daß sie trotz ihres ungewöhnlichen Ursprungs fähig ist, sich normal fortzupflanzen.


Künstliche menschliche Chromosomen

Ein Team unter der Leitung von Hiroshi Masumoto von der Universität Nagoya (Japan) konnte erstmals gezielt ein künstliches menschliches Chromosom erzeugen. Dabei gingen die Forscher von artifiziellen Hefe-Chromosomen aus, die schon länger herstellbar sind. Darin ersetzten sie die Centromer-Region, die während der Zellteilung für die korrekte Aufteilung der verdoppelten Chromosomen auf die Tochterzellen sorgt, durch Wiederholungen einer einfachen DNA-Sequenz im Centromer-Bereich des menschlichen Chromosoms 21. Außerdem fügten sie selektierbare Markierungsgene und humane Telomer-Abschnitte ein, die als Schutzgruppen am Rand der Chromosomen fungieren. In menschliche Kulturzellen eingebracht, verdoppelte sich das Konstrukt bei jeder Teilung, als wäre es ein normaler Teil der Erbsubstanz. („Nature Biotechnology“, Mai 1998)


Erlösung vom Schnarchen

Vielfach ist überschüssiges Gewebe im weichen Gaumen und am Zäpfchen Ursache von gewohnheitsmäßigem Schnarchen. Todd Kingdom und John DelGaudio von der Emory-Universität in Atlanta (Georgia) können das Übel nun mit einem zehnminütigen ambulanten Eingriff schonend beheben. Dabei veröden sie mit einer schmalen Elektrode, die sehr schwache Radiowellen abstrahlt, das störende Gewebe durch Erhitzen, ohne es jedoch zu verbrennen.


Schadstoffbelastung von Kindern zurückgegangen

In den vergangenen 17 Jahren untersuchten Forscher vom Universitätsklinikum Mannheim Fettgewebe, das deutschlandweit als Abfallprodukt von Operationen an insgesamt rund 1300 Kindern anfiel. Dabei zeigte sich vor allem in der Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen ein stetiger deutlicher Rückgang der Belastung mit Schadstoffen wie DDT. Dafür wurde allerdings in den letzten Jahren erstmals das Insektizid Toxaphen nachgewiesen, das gegen Baumwollschädlinge und Tierparasiten eingesetzt wird und wie ein Hormon wirkt.




Riesenknall im All

Am 14. Dezember letzten Jahres registrierten das Compton-Gammastrahlungs-Observatorium und der nieder- ländische Röntgensatellit BeppoSAX im Sternbild des großen Bären den bislang intensivsten und fernsten Ausbruch von Gammastrahlung. Am selben Ort fand Shrinivas Kulkarni vom California Institute of Technology mit dem 10-Meter-Teleskop Keck II auf Hawaii später eine Galaxie von schnell nachlassender Helligkeit, deren Rot- verschiebung auf eine Distanz zur Erde von etwa 12 Milliarden Lichtjahren und ein entsprechend hohes Alter hindeutet. Die freigesetzte Energiemenge muß demnach so gigantisch gewesen sein, daß das Objekt – mit dem neuen Begriff Hypernova umschrieben – für wenige Sekunden so hell strahlte wie das gesamte restliche Universum. Was eine solch gewaltige Explosion auslöste, ist völlig unklar. („Nature“, 7. Mai)


Anti-Haft-Beschichtung erspart Fensterputzen

Forscher am Institut für neue Materialien in Saarbrücken haben eine transparente, schmutzabweisende und kratzfeste Anti-Haft-Beschichtung für Oberflächen aller Art entwickelt. Auf Fensterscheiben aufgetragen, erübrigt sie praktisch das Putzen, weil sie Wassertropfen spurlos abperlen läßt und verhindert, daß sich Staub anlagert. Auch zum Schutz gegen Graffiti ist der hauchdünne Überzug geeignet.


Kompletter Einstein-Ring

Das von Einstein vorhergesagte Phänomen ist seit fast 20 Jahren bekannt: Galaxien fokussieren als Gravitationslinsen Objekte im Hintergrund und bilden sie teilweise mehrfach ab. Aber nun haben Wissenschaftler der Universität Manchester (England) mit einer Infrarotkamera des Hubble-Weltraumteleskops erstmals den Idealfall nachgewiesen: Eine Gravitationslinse, die sich exakt vor dem abgebildeten Objekt befindet, läßt dieses als perfekten Ring erscheinen.



Aus: Spektrum der Wissenschaft 6 / 1998, Seite 23
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!