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Schlichting!: Lange Winter, lange Zapfen

Erst beim genauen Hinsehen zeigt sich, dass selbst ein Eiszapfen noch Geheimnisse verbirgt.
"Es schneite, taute und fror wieder während des Monats Hornung (Februar) in so häufigem Wechsel, daß nicht nur viele Menschen krank wurden", so schrieb einst Gottfried Keller (1819 – 1890), "sondern auch eine solche Menge Eiszapfen entstand, daß das ganze Land aussah wie ein großes Glasmagazin und jedermann ein kleines Brett auf dem Kopfe trug, um von den fallenden Spitzen nicht angestochen zu werden."

Kein Wunder, dass die Worte des Dichters sogleich die Vorstellung eines besonders kalten Winters in uns entstehen lassen. Denn Eiszapfen wachsen offenbar dann am besten, wenn schnee- oder eisbedeckte Flächen zwar immer wieder von der Sonne erwärmt werden, sonst aber lange Zeit tiefen Temperaturen ausgesetzt sind. Das sorgt einerseits für Nachschub an flüssigem Schmelzwasser, andererseits kann dieses bald wieder gefrieren und sich an die Zapfen anlagern.

Um die Entstehung von Eiszapfen zu beschreiben, genügen eigentlich wenige Worte. Doch schnell stellen sich weitere Fragen: Wieso nehmen ...
März 2012

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft März 2012

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  • Quellen

Ogawa, N., Furukawa, Y.: Surface Instability of Icicles. In: Physical Review E 66, 041202, Oktober 2002