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Computertechnik: Lauschangriff mit dem Neuro-Chip



Nervenzellen bei der Arbeit beobachten, ohne sie zu verletzen oder auch nur zu stören – diesen Traum vieler Neurologen soll nun ein neuartiger Chip erfüllen. Er wurde in der Forschungsabteilung der Münchner Firma Infineon in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried entwickelt. Auf nicht mehr als einem Quadratmillimeter birgt er 128 Reihen mit je 128 Sensoren. Diese 16384 Messpunkte verstärken über hochempfindliche Schaltungen die extrem schwachen elektrischen Signale von Nervenzellen und bereiten sie auf. Die Neuronen werden direkt auf dem Sensorfeld in einer Nährlösung am Leben gehalten und können dort zu einem funktionierenden neuronalen Netz zusammenwachsen. Da die Sensoren so extrem dicht gepackt sind, wird jede Zelle von mindestens einem von ihnen kontaktiert. Dadurch gelingt es, die Funktionsweise von Nervengeweben über Wochen hinweg haargenau zu beobachten. Außerdem lässt sich detailliert verfolgen, wie die Zellverbände auf elektrische Stimulation oder bestimmte Substanzen reagieren. (Infineon Technologies AG, 11.2.2003)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 4 / 2003, Seite 47
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
4 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 4 / 2003

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