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Exomonde: Leben auf fernen Monden

Die Trabanten von Exoplaneten eignen sich vermutlich besser für die Entstehung von Leben als die Gasriesen, um die viele von ihnen kreisen. Allerdings ist die Suche nach solchen Exomonden noch viel schwieriger als das Aufspüren ferner Planeten.
Gasplanet bedeckt einen Teil des Himmels über einem seiner Monde

Astronomen haben bisher mehr als 1000 Planeten um andere Sterne entdeckt, und wahrscheinlich beherbergt die Galaxis insgesamt hunderte Milliarden solcher Exoplaneten. Viele sind große, gasförmige Gebilde wie Jupiter oder Neptun, auf denen Leben wohl nur schwerlich gedeihen kann. Doch wie die Gasriesen unseres Sonnensystems dürften auch ferne Exoplaneten oft große Monde besitzen – und vielleicht sind ja gar nicht Planeten, sondern ihre Monde die häufigste Heimat von Leben im Universum

Nach solchen Exomonden sucht der britische Astronom David Kipping. Er arbeitet tief im Keller des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge (Massachusetts), in einem düsteren Raum, der mit großen Computern in Drahtkäfigen vollgepackt ist. Kipping hat Mühe, sich gegen den Lärm der Kühlventilatoren durchzusetzen, als er erklärt, dass die geballte Rechenkapazität fast ausschließlich der Analyse eines einzigen Planeten namens Kepler-22b dient, der um einen 600 Lichtjahre von der Erde entfernten sonnenähnlichen Stern kreist. Der Planet ist nach dem Kepler-Teleskop der amerikanischen Weltraumbehörde NASA benannt, mit dem er entdeckt wurde. Wie Kipping hofft, verbirgt sich in den Daten, aus denen zunächst die Existenz von Kepler-22b hervorging, auch das subtilere Signal eines Trabanten.

Kipping nennt sein Projekt "Hunt for Exomoons with Kepler" oder kurz HEK. Die Jagd nach Exomonden erfordert konzentrierten Computereinsatz, weil selbst ein noch so großer Mond nur eine kaum merkliche Spur in den Daten hinterlässt. Darum beschränkt Kipping die Suche auf wenige, sorgsam ausgewählte Ziele.

Er hat guten Grund zur Vorsicht. Jede vermeintliche Entdeckung wäre umstritten – nicht nur wegen des methodischen Aufwands, sondern auch wegen ihrer grundlegenden Konsequenzen. Beispielsweise liegt Kepler-22b in der "habitablen" (bewohnbaren) Zone, das heißt in einem Abstand vom Zentralgestirn, der flüssiges Wasser zulässt. Der Planet ist allerdings so groß, dass es sich wahrscheinlich nicht um einen erdähnlichen Gesteinsplaneten handelt, sondern um eine unwirtliche Gaskugel. Doch falls Kepler-22b einen massereichen Begleiter hat, könnte dieser Mond ein lebensfreundlicher Ort sein – und die Jagd nach Indizien für außerirdisches, gar intelligentes Leben wäre eröffnet. "Monde könnten bewohnbar sein", meint auch Kipping, "und wenn das stimmt, gibt es unfassbar viele Möglichkeiten für Leben im All." ...

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  • Quellen

Billings, L.: Five Billion Years of Solitude. The Search for Life among the Stars. Penguin, New York 2013

Kipping, D. M. et al.: The Hunt for Exomoons with Kepler (HEK): I. Description of a New Observational Project. In: Astrophysical Journal 750, S. 115 - 134, 2012