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Wissenschaft im Alltag: Blutkonserve: Lebenssaft im Beutel

Leben zu retten ist gar nicht so schwer: Ein kleiner Stich in die Vene, einige Minuten still liegen, und eine weitere Blutspende steht bereit. 3,5 bis 4 Millionen Freiwillige stellen sich allein dem Deutschen Roten Kreuz alljährlich zur Verfügung, weitere spenden in Kliniken und kommerziellen Blutbanken. "Momentan deckt die Menge ungefähr den Bedarf", resümiert Eberhard Weck, Sprecher des DRK Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen, "aber es werden immer mehr Blut- und Blutbestandteilprodukte benötigt."

Meist wird etwa ein halber Liter abgezapft. Diesen Verlust kann ein gesunder Erwachsener gut verkraften – pro Kilogramm Körper- gewicht fließen 70 bis 80 Milliliter Blut durch seine Gefäße. Nach etwa einer halben Stunde hat sich der Kreislauf meist wieder stabilisiert, innerhalb von zwei Tagen ist die verlorene Menge ersetzt, der Eisenhaushalt nach zwei Monaten ausgeglichen.

Um jede Blutspende optimal zu nutzen, aber auch um Komplikationen etwa wegen unerkannter Infektionen des Spenders zu vermeiden, werden meist nur bestimmte Blutbestandteile übertragen – rote Blutkörperchen (Erythrozyten) beispielsweise nach starkem Blutverlust infolge von Unfall oder Operation, und Blutplättchen (Thrombozyten) bei Gerinnungsstörungen; aus dem Plasma stellt man ebenfalls gerinnungsfördernde Präparate her. Schon bei der Entnahme wird das Blut deshalb in einem Mehrkammer- Erythrozyten tragen auf ihrer Oberfläche Moleküle, die nach einer Transfusion das Immunsystem auf den Plan rufen können. Die Blutzellen werden zerstört, dabei freigesetzte Stoffe können zum Tod führen. Deshalb werden vor jeder Übertragung die Blutgruppen von Empfänger- und Spenderblut noch einmal bestimmt, um Fehler bei der Herstellung und Beschriftung der Konserve auszu- schließen. ...
Januar 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Januar 2009

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