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Leserbriefe



Parallele Universen

Artikel, August 2003

Wettstreit um Glaubensart

Ich frage mich, warum manche Naturwissenschaftler die leeren Räume ihres Nichtwissens mit immer neuen und abenteuerlichen Hypothesen ausfüllen und beleben müssen. Warum können sie nicht dort, wo die Reichweite ihres Wissens an Grenzen stößt, mit dem alten Sokrates bescheiden sagen "Oida uden eidoos – Ich weiß, dass ich nichts weiß"?

Gewiss ist den naturwissenschaftlichen Vertretern der genannten Hypothesen zugute zu halten, dass sie voll in der Mitte des geistigen Mainstreams unserer Zeit mitschwimmen. Die Menschen glauben heutzutage nun einmal nicht mehr an die Jungfrau Maria und den Erzengel Gabriel, sondern an Paralleluniversen, intelligentes Leben auf anderen Planeten und den legendären Befehl aus dem Raumschiff Enterprise "Scotty, beam us up!".

Angesichts der Beweislage jedoch dürfte der Wettstreit, welche der beiden Glaubensarten spekulativer ist, ein totes Rennen sein.

Reiner Vogels, Essen

Mehr aus der neuen Sicht der Physik

Professor Tegmark hat mir eine ganz neue Sicht der physikalischen Welt nahe gebracht, und dies recht überzeugend. Ich wünsche mir, dass Sie noch mehr Artikel dieses Autors veröffentlichen, auch im Hinblick auf seine tiefgründigen wissenschaftstheoretischen Gedanken.

Prof. M. Beck, Mainz

siehe auch "Nachgehakt" in diesem Heft auf Seite 25

Galaxien im Ausnahmezustand

Artikel, September 2003

Dieser Beitrag bestärkt das neue Paradigma der Galaxienentstehung und -entwicklung, das nicht mehr von einer kontinuierlichen gravitativen Gas- und Staubzusammenballung ausgeht, sondern die expansive Rolle prästellarer, superdichter kosmischer Objekte voraussetzt. Ich möchte daran erinnern, das dieser Paradigmenwechsel zwar erst in den letzten Jahren auch durch die neuen Beobachtungsmöglichkeiten verifiziert wird – aber sein Ursprung besteht im Lebenswerk des armenisch-sowjetischen Astrophysikers Viktor A. Ambarzumjan, der leider in den 1990er Jahren verstarb. Die erste Erwähnung der Hypothese, Galaxien seien die Folge expansiver Prozesse aus superdichten Objekten heraus, wird für 1933 vermutet. Damals wurde sein Konzept im Wesentlichen abgelehnt, weil derartige "prästellare (bzw. prägalaktische) superdichte Körper" mit der vorhandenen Physik nicht beschreibbar waren. Über den "Umweg", diese Objekte als "Schwarze Löcher" zu etikettieren, erleben wir nun seit einigen Jahren den oben genannten Paradigmenwechsel, ohne dass der wissenschaftshistorischen Gerechtigkeit Genüge getan wird, Ambarzumjan als seinen Vater zu benennen.

Annette Schlemm, Jena

Gesteine

Rezensionen, Oktober 2003

Der Rezensent Gunther Jauk hat Aussagen des Buches "Gesteine" von Peter Rothe falsch wiedergegeben:

Abraham Werner war kein Plutonist, sondern der Begründer des Neptunismus.

Granite sind nicht sedimentärer Entstehung, sondern entweder magmatisch oder durch Aufschmelzung älterer Gesteine bei der Metamorphose entstanden.

Dr. Helmut W. Flügel, Graz, Österreich

Zuerst kam die Feder

Artikel, Oktober 2003

Das Federkleid muss für die Dinosaurier wenigstens einen evolutiven Vorteil gegenüber den Schuppen und schweren Panzerungen gehabt haben.

1. Die Dinosaurier brauchten sich nicht mehr zu häuten, hatten aber trotzdem eine verlässliche Körperbedeckung. Unter der Voraussetzung, dass sie sich im Vergleich zu den (Schuppen-)Reptilien nicht zu häuten brauchten, wird verständlicher, warum sich andere Körperbedeckungen wie Federkleid und Fell entwickelten. Sie waren dann einfach besser an klimatische Bedingungen angepasst.

2. So wird auch verständlicher, warum die Federn, wie im Artikel ausgeführt, keine evolutive Erweiterung der Schuppen sind, sondern vollkommen eigenständige Gebilde der Haut.

3. Das Federkleid diente zunächst einmal nur dem Schutz vor Kälte. Deswegen entwickelten sich auch erst die Daunenfedern. Doch als sich die Konturfeder entwickelte, war damit die Möglichkeit zum Fliegen geschaffen.

Steffen Floßen, Jena

Flinke Flüssigkeiten

Wissenschaft im Unternehmen, August 2003

Die Funktion des Stoßdämpfers wird hier so dargestellt, als drücke dieser den Reifen auf die Fahrbahn. Das ist nicht korrekt, der Reifen drückt mit der ihm zugeordneten Radlast auf den Asphalt. Die Federung ist so ausgelegt, dass sie anteilig über die Räder das Fahrzeuggesamtgewicht trägt. Der Dämpfer hat das Nachschwingen der Federung zu unterbinden.

Die genannten erwünschten Stoßdämpfereigenschaften gibt es bei hochwertigen Modellen, wie sie im Motorsport eingesetzt werden. Hier können Zug- und Druckstufe separat und individuell eingestellt werden. Straßenfahrzeuge müssen mit Kompromissen leben: Federung und Dämpfung haben für alle vorkommenden Straßenoberflächen und Beladungen einigermaßen zu funktionieren, Verschleiße inbegriffen.

Jens-U. Knoll, Taunusstein

Matrix reloaded -Leben wir in einer Simulation?

Forschung und Gesellschaft, Oktober 2003

Christoph Pöppe stellt in seinem Beitrag mehrfach heraus, dass die "Götter" für die Simulation keinen übermässigen Aufwand treiben wollen. Ich (leider kein Gott, sondern nur Agrarwissenschaftler) würde beim Simulieren zuerst sieben der zehn Raum-Dimensionen der echten Welt eliminieren (Fachausdruck bei den göttlichen Programmierern: "einrollen"). Drei Dimensionen sollten für eine Simulation locker reichen, Lara Croft wird ja auch nur zweidimensional abgebildet.

Dr. Boy Feil, Zürich

Aktive Atmung bei Insekten

Forschung aktuell, Oktober 2003

Der Artikel über unsere Arbeit zur aktiven Tracheenatmung bei Insekten ist spannend und lebendig geschrieben. Leider haben sich zwei Fehler eingeschlichen. Wir haben nicht zwölf Zweiflügler-Arten, sondern zwölf Insekten-Arten untersucht. Die Zweiflügler sind ja nur eine Ordnung innerhalb der Insekten, nämlich die Fliegen. Außerdem wird die "intermittierende Atmung" in einem falschen Zusammenhang erwähnt. Es handelt sich dabei nicht um einen Mechanismus der aktiven Ventilation, sondern um ein Phänomen der konvektiven Atmung, das vor allem beim ruhenden Insekt beobachtet wurde und vermutlich dem Einsparen von Wasser dient.

PD Dr. Oliver Betz, Kiel

Der Charme des Champagners

Leserbriefe, Oktober 2003

Als Physiklehrer, dessen Sohn bei der Abiturprüfung eine ähnliche Aufgabe versiebte, musste ich beim Lesen dieses Briefes schmunzeln, da nicht berücksichtigt wurde, dass der atmosphärische Luftdruck auf der Wasser- – pardon! – Champagner-Oberfläche lastet. Und das ist schon mal 1 Bar. 10 Zentimeter weiter unten am Boden des Kelches sind es 10 Millibar mehr. Das bedeutet, der Druck nimmt beim Aufsteigen der Blase von 1.01 Bar auf 1.00 Bar, also gerade um rund 1 Prozent ab. Und das wirkt sich aufs Volumen aus. Wenn wir stattdessen aber den Durchmesser betrachten, ist es nur noch die dritte Wurzel von 1 Prozent, und das sind rund 3 Promille. Dieser Effekt würde sich also nur bei starkem Unterdruck auswirken, und dort ist er tatsächlich umwerfend. Das zeige ich aber nie mit Sekt, nur mit Wasser!

Klaus Kohl, Hasliberg Goldern, Schweiz

Errata

Mit Zufall und Statistik zum Ziel

Oktober 2003

Hier hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Pierre Curie entdeckte 1894 die Temperaturunabhängigkeit des Diamagnetismus, nicht die Temperaturabhängigkeit, wie dort geschrieben steht.

Flinke Flüssigkeiten

Wissenschaft im Unternehmen, August 2003

Bei der Benennung ist uns ein Fehler unterlaufen: Das "i" im Namen war falsch, das Unternehmen heißt: Fludicon GmbH, Landwehrstraße 50, 64293 Darmstadt, Tel.: 06151/27986, E-Mail: info@ fludicon.com

Sonderteil "Innovation in Deutschland"

November 2003

Wir haben hier fälschlicherweise die Anzahl der weltweiten Auto-Neuzulassungen pro Jahr von 50 Millionen allein Deutschland zugeschrieben.

Die Redaktion

Aus: Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003, Seite 8
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
12 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003

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