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Geschlechterstereotype: Männliches Lob ist besser

Viele Frauen scheuen nach wie vor die so ­genannten MINT-Fächer (Mathematik, Infor­matik, Naturwissenschaften und Technik). So konstatiert etwa der jüngste Bildungsbericht der UNESCO: "Nur 17 Frauen haben seit Marie Curie 1903 den Nobelpreis in Physik, Chemie oder Medizin erhalten, aber 572 Männer." Letztere können jedoch durchaus einen Beitrag dazu leisten, diese Geschlechterkluft zu überbrücken, wie nun eine Metaanalyse zeigt: Loben männliche Mentoren Mädchen für deren mathematische Fähigkeiten, hilft diesen das mehr als das positive Feedback von weiblichen Autoritäten.

Ob im Hinblick auf Selbstvertrauen oder das Interesse für Mathe und Technik: Wenn ein Mann "Gut gemacht!" sagte, hatte das auf weibliche Probanden mehr Wirkung, als wenn eine Frau Anerkennung zollte. Bei Jungs fand sich dieser Unterschied nicht; für sie war es offenbar nicht wichtig, ob Mann oder Frau lobte – Hauptsache, sie erhielten überhaupt ein Lob.

Dieser Befund ist vor allem deshalb interessant, weil in der Vergangenheit viele Untersuchungen den Fokus auf die Rolle von Mentorinnen und Lehrerinnen gelegt hatten, die Mädchen als Vorbilder helfen können, gängige berufliche Geschlechterstereotype zu überwinden. Die Forscherinnen um die Psychologin Lora Park von der University of Buffalo glauben, die männliche Anerkennung sei für Mädchen deshalb so wichtig, weil Männer in den betreffenden Disziplinen die "gate­keeper" (zu Deutsch: Torwächter) darstellten. Mit einer Ermutigung von Seiten dieser Autoritäten fiele es ihnen deshalb leichter, Vorurteile hinter sich zu lassen.

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  • Quelle
Pers. Soc. Psychol. Bull. 10.1177/0146167217741312, 2017