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Astronomie: Magischer Nachweis von Gammastrahlung



Seit 2001 unter Federführung des Münchner Max-Planck-Instituts für Physik gebaut, hat das weltweit größte Gammastrahlen-Teleskop mit dem klangvollen Namen Magic (Major Atmospheric Gamma-Ray Imaging Cherenkov Detector) nun seine Arbeit aufgenommen. Die Einweihung fand am 10. Oktober statt. Auf dem Roque de los Muchachos, dem höchsten Berg der kanarischen Insel La Palma, wird Magic mit bislang unerreichter Empfindlichkeit die energiereiche Strahlung von fernen Galaxien, Quasaren und Supernovae-Resten auffangen. Bis zu 8 Milliarden Lichtjahre tief kann es dabei ins All schauen. Forscher erhoffen sich von ihm Antworten auf brennende astronomische Fragen: Welcher Mechanismus beschleunigt die Teilchen der kosmischen Strahlung auf ihre enorme Energie, wie bildeten sich die ältesten Objekte im Kosmos, und lassen sich im Weltall Effekte der Quantengravitation aufspüren? Allerdings ist die Erdatmosphäre für Gammastrahlung undurchlässig; nur Raketen oder Satelliten können sie direkt messen. Darum arbeitet Magic mit einem "Trick": In den oberen Atmosphärenschichten treten die kosmischen Gammaquanten in Wechselwirkung mit Atomkernen, wobei Sekundärteilchen entstehen und so genannte Tscherenkow-Strahlung freigesetzt wird. Indem das Teleskop diese Lichtblitze registriert, kann es Gammastrahlung im Energiebereich von 20 bis 300 Milliarden Elektronenvolt aufspüren. Damit schließt Magic eine Lücke zwischen den Messbereichen von Satelliten und bisherigen Tscherenkow-Teleskopen.

(Max-Planck-Gesellschaft, 10.10.2003)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003, Seite 10
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
12 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 12 / 2003

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