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Tropenparasitologie: Manipulierte Malaria-Mücken



Allen Anstrengungen zum Trotz haben Mediziner die Malaria bisher nicht in den Griff bekommen. Es gibt weder einen Impfstoff, noch konnten die als Überträger fungierenden Moskito-Populationen nachhaltig eingedämmt werden. Wissenschaftler um Andrea Crisanti vom Imperial College in London wollen deshalb mit gentechnischen Methoden die Physiologie der Mücken und die Wechselwirkung mit den Malaria-Parasiten untersuchen. Dafür schufen sie jetzt die experimentelle Grundlage. Ihnen ist es gelungen, zum ersten Mal fremdes Erbgut in die Keimbahn einer Moskito-Art zu bringen – der in Indien beheimateten Anopheles stephensi. Bisherige Versuche scheiterten daran, dass die Hülle der Mückeneier zu schnell aushärtete. Die Londoner Wissenschaftler lösten das Problem, indem sie die Eier in einer chemischen Lösung beließen, sodass deren Hülle für etwa drei Stunden weich und transparent blieb. In dieser Zeit injizierten die Forscher die Konstrukte mit der Fremd-DNA. Als Test auf den erfolgreichen Einbau des Materials in das Mücken-Erbgut diente die Übertragung des Gens für ein Protein, das nach Anregung unter UV-Licht grün fluoresziert. Als nächstes gilt es, durch gezielte Genmanipulation die Fähigkeit der Moskitos zur Übertragung der Malaria zu beeinträchtigen. (Nature, Bd. 405, S. 900 und 959)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 9 / 2000, Seite 27
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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