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Interview: "Mit dem AMS produzieren wir neues Wissen"

Als Langzeitexperiment sucht das Alpha-Magnet-Spektrometer in der kosmischen Strahlung nach Hinweisen auf eine neue Physik. Der Teilchenphysiker Stefan Schael erläutert den Stand der Messungen und die Herausforderungen für die Theoretiker.
Stefan Schael ist Professor an der RWTH Aachen. Seine Arbeitsgruppe am I. Physikalischen Institut B beteiligt sich an internationalen Forschungsprojekten in der experimentellen Teilchen- und Astro­teil­chen­physik, so zum Beispiel an den Detektoren CMS und LHCb am Large Hadron Collider bei Genf sowie am AMS-Experiment an Bord der Internationalen Raumstation.

Sterne und Weltraum: Herr Schael, als Teilchenphysiker sind Sie mit Ihrer Aachener Forschungsgruppe seit vielen Jahren an Experimenten mit dem Large Hadron Collider am CERN beteiligt. Auch für das Alpha-Magnet-Spektrometer an Bord der Internationalen Raumstation haben Sie wesentliche Komponenten beigetragen. Was können Sie mit dem AMS lernen, was mit dem großen Teilchenbeschleuniger LHC nicht geht?

Stefan Schael: Mit beiden Geräten untersuchen wir die Eigenschaften verschiedenster Elementarteilchen, also der Grundbausteine der Materie. Am Beschleuniger LHC erhalten wir Ergebnisse, die in hervorragender Übereinstimmung mit unserer Erwartung stehen. Das heißt, die dortigen Messungen bestätigen das Standardmodell der Teilchenphysik, mit dem wir alle bekannten Elementarteilchen und ihre Wechselwirkungen beschreiben, sehr präzise. Mit dem Experiment AMS hingegen haben wir absolutes Neuland betreten, indem wir die Zusammensetzung und die Eigenschaften der Teilchenstrahlung genauestens untersuchen, die uns aus dem Kosmos erreicht. Mit diesem Experiment an Bord der ISS produzieren wir neues Wissen auf dem Gebiet der Astroteilchenphysik, die im Detail längst noch nicht so gut verstanden ist wie die Elementarteilchenphysik. Der Kosmos ist im Vergleich zu unseren Teilchenbeschleunigern auf der Erde ein sehr komplexes Laboratorium ...

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