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Verhaltensforschung: Mit Mikrochip zum Pollensammeln



Nun erfüllt sich auch für Bienenforscher ein Traum, der für Vogelkundler längst Realität ist: Tun und Treiben ausgewählter Tiere in freier Wildbahn lebenslang verfolgen zu können. Bisher verfügten sie lediglich über das relativ primitive Mittel der Farbmarkie-rung. Doch ein winziger Radio-Frequency-Identification-Mikrochip (RFID) ermöglicht auch ihnen jetzt den Sprung ins Elektronikzeitalter. Nur einen Quadratmillimeter groß und 2,4 Milligramm schwer, behindert er das Insekt nicht, wenn er hinter dem Kopf angeklebt wird. Jürgen Tautz und seine Mitarbeiter an der Universität Würzburg haben das neue System zunächst an einer Hummelkolonie erprobt. Sie konstruierten eigens einen künst-lichen Lebensraum, in dem an interessanten Stellen wie Nesteingängen oder Futter-plätzen speziell für den Einsatz bei Insekten entwickelte Lesegeräte angebracht sind. Die Sensoren bestimmen Identität und Bewegungsrichtung des vorbeifliegenden Tieres. Diese Informationen werden in zentralen Datenbanken gespeichert. Als Nächstes wollen die Würzburger Forscher nun tausend Honigbienen mit den Chips bestücken, um das Geschehen im Schwarm in großem Stil zu durchleuchten und individuelle Lebensläufe in ihrer Abhängigkeit von Umwelteinflüssen und sozialen Interaktionen zu verfolgen. (Zoology, Bd.106/3, S.169)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 11 / 2003, Seite 10
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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