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Mikrobiologie: Mit Minidolchen gegen Mikroben



Missliebige Bakterien und Pilze können wir uns in Zukunft vielleicht nach Art der Igel vom Leibe halten. Robert Engel und seine Kollegen von der Stadt-Universität von New York haben mikroskopisch kleine "Dolche" für Kleidungsstücke entwickelt, die Krankheitserreger einfach aufspießen sollen. Ihr "Griff" besteht aus zwei stickstoffhaltigen Kohlenstoffringen. Die "Klinge" ist eine fettliebende Kette aus bis zu 16 mit Wasserstoff gespickten Kohlenstoffatomen. Auf den Kleidungsstücken finden die Miniaturwaffen Halt, weil der Stickstoff des Griffes Hydroxylgruppen aus den Proteinen von Wolle und Seide oder den Kohlenhydraten der Baumwolle verdrängt und sich an ihre Stelle setzt. Erst einmal verankert, sind die Nanodolche für herumschwirrende Mikroben tödlich, denn ihre Stickstoffatome und die fettliebende Klinge ziehen die Lipidmembran von Bakterien und Pilzen an und schlitzen sie auf. Ob die Nanodolche allerdings, wie angedacht, in der US-Armee auch zum Schutz gegen Milzbrand und andere biologische Kampfstoffe eingesetzt werden können, ist bisher noch fraglich. (Jahrestagung der American Chemical Society 2003, New Orleans)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 6 / 2003, Seite 37
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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