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Hygiene: Gesundheitsrisiko Stadt

Die Gemeinschaft einer Stadt bot Schutz und vielfältige Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Doch Unrat und verdorbenes Wasser waren allgegenwärtig.

In gut 30 Jahren leben mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in Ballungsräumen, so eine Schätzung der Vereinten Nationen von 2014. Nicht zuletzt aus medizinischer Sicht ist das eine problematische Entwicklung. Denn das enge Miteinander fördert nicht allein psychische Erkrankungen, sondern begünstigt auch die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.

»Stadtluft macht frei« lautete eine Redewendung, denn Bürger genossen nicht nur viele Rechte – ein entlaufener Bauer, der sich ein Jahr und einen Tag lang in einer Stadt verborgen hielt, konnte von seinem Grundherrn nicht mehr zurückverlangt werden. Von nun an waren sie Teil eines Systems, das ganz anders war als die Welt der Adligen und Bauern. Sichtbar hob sich die Stadt mit ihren Mauern vom Umland ab. Man wählte Bürgermeister, Stadträte und Richter, hielt Märkte ab. In dieser engen und vernetzten Welt trafen reiche Kaufleute mit Handwerkern, Markthändlern und Tagelöhnern zusammen. Die Gemeinschaft sorgte für Ruhe und Ordnung. Beispielsweise legte Straßburg im 12. Jahrhundert fest, dass für Bewohner wie Besucher jederzeit Frieden herrschen solle. Der Soziologe Max Weber konstatierte Anfang des 20. Jahrhunderts: Die Stadt ermöglicht das Miteinander von einander Unbekannten …

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Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 2/2019

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  • Quellen

Furrer D.: Wasserthron und Donnerbalken. Eine kleine Kultur­geschichte des stillen Örtchens. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2004

Isenmann, E.: Die deutsche Stadt im Spätmittelalter. Eugen Ulmer, 1988

Landesdenkmalamt Baden-Württemberg/Stadt Zürich (Hg.): Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch. Die Stadt um 1300. Theiss, 1992

Wilderotter H. (Hg.): Das große Sterben. Seuchen machen Geschichte. Jovis, 1995